• Gesundheitszentrum an der Brunnen-Siedlung eröffnet: Apotheke, Kinderarztspezialpraxis und Sozialstation für Senioren

Gesundheitszentrum an der Brunnen-Siedlung eröffnet : Apotheke, Kinderarztspezialpraxis und Sozialstation für Senioren

In der 1957 errichteten Kaufhalle in der Heinrich-Mann-Allee hat ein kleines Gesundheitszentrum eröffnet. Der Eigentümer und Architekt Ramin Aminian verantwortete die Sanierung selbst. 

Das neue Gesundheitszentrum an der Brunnensiedlung in der Heinrich-Mann-Allee.
Das neue Gesundheitszentrum an der Brunnensiedlung in der Heinrich-Mann-Allee.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Für die Anwohner rund um die Siedlung Am Brunnen gibt es eine neue Adresse: Die ehemalige Franeck-Kaufhalle ist in eineinhalbjähriger Bauzeit zu einem kleinen Gesundheitszentrum geworden. Dort haben am Mittwoch eine Apotheke, eine neurologische Kinderarztpraxis und eine Sozialstation für Senioren eröffnet. Das Gebäude aus dem Jahr 1957 wurde unter Federführung des Eigentümers und Architekten Ramin Aminian entkernt und umfunktioniert. 

Dabei sei die Haustechnik an medizinische Anforderungen angepasst worden, aber auch das Äußere des Hauses "behutsam saniert und mit der Umgebung in einem harmonischen Kontext gesetzt" worden, teilte Aminian mit. Das Gesundheitszentrum trägt den Namen "Am Eichenhof" - in Anlehnung an die denkmalgeschützte umgebende Hofbebauung, die in den historischen Bauakten unter den Namen "Eichenwäldchen" oder "Ehrenhof" auftaucht, so der Eigentümer.

Die neue Humboldt-Apotheke.
Die neue Humboldt-Apotheke.Foto: Ottmar Winter

Die neu eröffnete Humboldt-Apotheke wird von der Apothekerin Inken Jung betrieben, der auch die Heinrich-Mann-Apotheke in der Waldstadt 1 gehört. Sie habe sich bereits seit Jahren für den Standort interessiert, da für die Anwohner bislang die nächsten Apotheken erst am Hauptbahnhof oder in der Waldstadt waren, so die Apothekerin. Auch durch die Entwicklung des ehemaligen Tramdepots zum Wohnviertel ganz in der Nähe erhofft sie sich neue Kunden. Filialleiter Magnus Albrecht führt den Angaben zufolge ein fünfköpfiges Team.

Ambulante Pflege und Beratung zum Thema Demenz

Weiterer Mieter ist die Sozialstation der Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH, die sich mit landesweit 13 solcher Sozialstationen sowie weiteren Einrichtungen der ambulanten Versorgung von Pflegekunden widmet. Neben der ambulanten Pflege können sich Interessierte dort in der Fachstelle Demenz rund um dieses Thema, individuelle Pflege oder Wohnraumanpassungen bei Bewegungseinschränkungen beraten lassen, so Gemeinschaftswerk-Geschäftsführer Werner Futterlieb. Außerdem wird der Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Fachpflegekräften von der Sozialstation aus koordiniert sowie Dienstleistungen wie die Behandlungs- und Grundpflege, sowie Hauswirtschafts- und Spazierangebote koordiniert. Außerdem soll es Angebote zu ambulanter Palliativversorgung zu Hause geben.

Kinderarztpraxis mit Epilepsieambulanz bislang einmalig in der Region

In der flächenmäßig größten Einheit des Hauses mit insgesamt 460 Metern Grundfläche haben die Mediziner Dr. Manuela Theophil und Dr. Axel Panzer eine Praxis für Neuropädiatrie eröffnet. Es handelt sich dabei um eine Vertragspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg mit Kassenzulassung. Damit solle einerseits die kinder- und jugendärztliche Basisversorgung für die Umgebung sichergestellt werden - etwa mit Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, aber auch der Behandlung von Covid-19-Patienten.

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Der fachliche Schwerpunkt der Praxis liegt auf der Neuropädiatrie, es sei das einzige derartige Angebot für Potsdam und Umgebung, heißt es. Die Praxis ist den Angaben zufolge als Epilepsieambulanz zertifiziert. Schwerpunkte sind zudem Entwicklungsstörungen, entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, neuromuskuläre Erkrankungen und Symptome wie Kopfschmerzen oder Bewegungsstörungen. Für entsprechende Untersuchungen gibt es vor Ort spezielle medizinische Technik. Die gute Verkehrsanbindung per Straßenbahn zum Hauptbahnhof oder per Auto zur Nuthestraße nennen die Ärzte als wichtiges Argument für die Standortwahl. Sie loben auch die "klare, lichte Architektur".

Der eingeschossige Einkaufsmarkt war 1957 errichtet worden und nach dem Mauerfall vom Ehepaar Franeck erst als Spar-, zuletzt als Edeka-Markt betrieben worden. Ramin Aminian kaufte das Gebäude Ende 2018 von ihnen. Der Architekt hatte sich im vergangenen Jahr zum Erhalt der ursprünglichen Kubatur bekannt. Er freue sich, einen Beitrag zum Erhalt von DDR-Architektur im Stadtbild leisten zu können, erklärte er damals.

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