• Gesundheit in Potsdam: Die Gesundheit der Brandenburger auf einen Blick

Gesundheit in Potsdam : Die Gesundheit der Brandenburger auf einen Blick

In der Pandemie treten einige Gesundheitsthemen in den Hintergrund. Nun informiert das Land auf einer neuen Plattform über die Gesundheit der Märker - auch von Kindern und Jugendlichen.

Untersuchung beim Kinderarzt (Symbolbild)
Untersuchung beim Kinderarzt (Symbolbild)Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Potsdam - Wer hat die besten Zähne? Wo sind Jugendliche am häufigsten übergewichtig? Und wo sind die meisten Kinder bei der Einschulung gegen Infektionskrankheiten wie Masern geimpft? Antworten auf diese Fragen bietet die neue Gesundheitsplattform der Landesregierung Brandenburg. In sechs Kategorien gibt es Dutzende von Unterkategorien mit Tabellen zu einzelnen Fragen. Die PNN geben einen Überblick.

Woher kommen die Daten?

Grundlage für die Daten bilden laut Gesundheitsministerium die jährlich durchgeführten Untersuchungen der 30 bis 42 Monate alten Kinder in den Kindertagesstätten, die verpflichtenden Schuleingangsuntersuchungen, die Untersuchungen der Schulabgänger und die jährlichen zahnärztlichen Untersuchungen der öffentlichen Gesundheitsdienste. Indikatoren wie Übergewicht, Impfquote, Herzinfarkt, Gebisszustand von Kindern oder Daten zur Tuberkulose - alle Gesundheitsindikatoren werden beginnend mit dem Jahr 2010 für jeden Landkreis in einer Tabelle, einer Karte und im zeitlichen Verlauf dargestellt. 

Früherkennung

Für Kinder sind Früherkennungsuntersuchungen in verschiedenen Altersgruppen vorgesehen. So sollen gesundheitliche Risiken entdeckt werden. Doch nicht alle Kinder nehmen daran teil - auch in Potsdam nicht. Bei den Untersuchungen von Kindern im Alter bis einem und bis zwei Jahren liegt Potsdam unter dem Durchschnitt im Land Brandenburg. Landesweit werden 98,2 Prozent der Kleinkinder untersucht, in Potsdam sind es 95,1 Prozent. Damit ist die Landeshauptstadt brandenburgweit das Schlusslicht. Bei den drei- bis sechsjährigen Kindern sieht es ähnlich aus: Landesweiter Durchschnitt sind 96,7 Prozent, Potsdam liegt mit 94 Prozent auf dem drittletzten Platz in Brandenburg. Schlechter sind nur Cottbus und Frankfurt (Oder). Bei den Kindern im Grundschulalter nähern sich die Werte aus Potsdam dem Landesdurchschnitt an. 

Impfschutz

Seit März 2020 gilt für alle Kitakinder in Brandenburg eine Impfpflicht gegen Masern. Schulen müssen nicht geimpfte Kinder dem Gesundheitsamt melden. In den Daten auf der neuen Gesundheitsplattform schlägt sich das noch nicht nieder, weil die neuesten Angaben dort aus dem Jahr 2019 stammen. Bei den Kleinkindern im Alter von 30 bis 42 Monaten sieht es für Potsdam vergleichsweise gut aus. Im Landesdurchschnitt haben 98,6 Prozent der Kinder eine Masernimpfung bekommen, in Potsdam sind es 98,5 Prozent. Auch beim Mumps und Röteln liegt Potsdam in dieser Altersgruppe beinahe auf dem Landesdurchschnitt. Im Vorjahr waren die Abstände etwas größer. 

Bis zur Einschulung verändert sich das Bild jedoch: Bei den Schulanfängern haben landesweit 95,2 Prozent der Kinder zweimal eine Masernimpfung bekommen. In Potsdam sind es nur 91,9 Prozent - landesweit der niedrigste Wert und sogar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Ähnlich sieht es bei Mumps und Röteln aus. Bis zum Schulabgang beziehungsweise bis zur zehnten Klasse steigt der Anteil der doppelt gegen Masern geimpften unter den Potsdamer Schülern dann wieder auf 95 Prozent. Der Landesdurchschnitt liegt bei 97,3 Prozent. Potsdam ist auch hier landesweit Schlusslicht.

Über- und Untergewicht

Daten zu Über- und Untergewicht werden bei Schulanfängern und Schulabgängern dargestellt. Das vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst gemessene Körpergewicht wird dazu ins Verhältnis zur Körpergröße gebracht. In Potsdam wurden im Jahr 2019 Daten zu 1953 Schulanfängern erfasst. Davon hatten 1,8 Prozent ein erhebliches Übergewicht. Ein Jahr zuvor waren es 2,3 Prozent. Im Landesdurchschnitt waren es 2019 mit 3,9 Prozent mehr als doppelt so viele wie in Potsdam. Am häufigsten sind ABC-Schützen in der Prignitz übergewichtig. Dort sind es 7,6 Prozent. Bis zum Schulabgang beziehungswiese zur zehnten Klasse ändert sich das Bild: In Potsdam wurden Daten zu 690 Jugendlichen erfasst, 8,6 Prozent davon hatten ein erhebliches Übergewicht. Das war immer noch der zweitniedrigste Wert im Land Brandenburg, wo der Durchschnitt bei 11,8 Prozent liegt. 

1,9 Prozent der eingeschulten Kinder hatte 2019 in Potsdam ein erhebliches Untergewicht. Auch in dieser Kategorie schneidet Potsdam landesweit gut ab. Der brandenburgweite Durchschnitt liegt bei 3,0 Prozent. Mit zunehmenden Alter scheint das Problem aber zu wachsen. Bei den Schulabgängern beziehungsweise Zehntklässlern hatten von 690 untersuchten Potsdamer Schülern 3,6 Prozent erhebliches Untergewicht. Der Landesdurchschnitt liegt bei 2,8 Prozent.

Zahngesundheit

Für Potsdamer Kinder dürfte der Besuch beim Zahnarzt seltener unangenehm werden als für Altersgenossen in anderen Städten und Kreisen Brandenburgs. In allen Altersklassen von drei, über fünf, sechs und zwölf Jahre weist die Statistik deutlich häufiger als im Landesdurchschnitt ein "naturgesundes Gebiss" aus. Bis zu einem Drittel weniger Gebisse als im Landesdurchschnitt gelten als behandlungsbedürftig.


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