• Geisterrad am Nuthedamm: Mahnwache für getöteten Radfahrer

Geisterrad am Nuthedamm : Mahnwache für getöteten Radfahrer

Zur Erinnerung an einen am 31. März getöteten Radfahrer stellt der ADFC am Samstag ein Geisterrad auf. Ein Lastwagenfahrer hatte den 51-Jährigen offenbar beim Abbiegen übersehen.   

Bislang stehen in Potsdam fünf Geisterräder, hier an der Pappelallee, die an getötete Radfahrer erinnern. 
Bislang stehen in Potsdam fünf Geisterräder, hier an der Pappelallee, die an getötete Radfahrer erinnern. Foto: Ottmar Winter PNN

Potsdam - Ein weiß gestrichenes Rad zum Gedenken: Am Samstag (17.4.) um 15 Uhr stellt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Potsdam zur Erinnerung an einen getöteten Radfahrer ein sogenanntes Geisterrad an der Ecke Nuthedamm / Am Buchhorst auf. Verbunden damit ist eine Mahnwache und eine Kundgebung, es gilt Abstands- und Maskenpflicht. „Radfahrende müssen endlich besser geschützt werden!“, heißt es im Aufruf des ADFC.

Am 31. März war im Industriegebiet Süd ein Radfahrer bei einem Abbiegeunfall mit einem Laster ums Leben gekommen. Der Lkw-Fahrer hatte den 51-jährigen Radler offenbar übersehen, als er nach rechts auf ein Firmengelände abbiegen wollte. Der Lkw kollidierte mit dem Radfahrer, dieser geriet unter das Fahrzeug. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang sind noch nicht abgeschlossen.

Vorbeugen durch Technik

Jedes Jahr sterben in Deutschland 30 bis 40 Radfahrer:innen durch abbiegende Lastwagen. Der ADFC fordert, das Lkws künftig technisch besser ausgestattet werden sollen, um solche Abbiegeunfälle zu verhindern: Neben Abbiegeassistenten gehört dazu auch Technik, die automatisch eine Notbremsung vornimmt, wenn eine Kollision mit Radfahrer:innen droht. 

In Potsdam sei vor allem der fehlende Abstand immer wieder ein Problem, sagt Philipp Otto von ADFC Potsdam: „Leider gibt es hier viele Defizite in der Radinfrastruktur.“ Eine Gefahrenstelle sei unter anderem der Tram-Übergang am Stadtschloss: „Hier wäre eine Markierung oder eine Signalanlage sinnvoll, die anzeigt, wann eine Tram kommt“, so Otto.

Bislang fünf Geisterräder

Bislang ist der Unfall vom 31. März der einzige in diesem Jahr, bei dem eine Radfahrerin oder ein Radfahrer getötet wurde. Im vergangenen Jahr gab es in Potsdam zwei solcher Unfälle: Im März 2020 war ein 44-jähriger E-Bike-Fahrer in der Rudolf-Breitscheid- Straße unter einen Laster geraten. Der Lkw-Fahrer soll eine Kurve nicht mitgefahren sein und den Radler dadurch gegen den Bordstein gedrängt haben. Im November 2020 war am Bahnhof Rehbrücke eine Radfahrerin nach einem Zusammenstoß mit einem Linienbus ums Leben gekommen. Laut ADFC stehen in Potsdam derzeit fünf Geisterräder

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