• Gegenveranstaltung geplant: Protest gegen AfD-Weihnachtssingen in Potsdam
Update

Gegenveranstaltung geplant : Protest gegen AfD-Weihnachtssingen in Potsdam

Die AfD lädt am Donnerstag zum öffentlichen Weihnachtssingen auf dem Alten Markt in Potsdam ein. Zeitgleich wird der israelische Botschafter in der Nikolaikirche zu Besuch sein.

Das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ plant eine Gegenveranstaltung zum AfD-Weihnachtssingen.
Das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ plant eine Gegenveranstaltung zum AfD-Weihnachtssingen.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Das parteiübergreifende Anti-Rechts-Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ organisiert ein Protest-Weihnachtssingen gegen ein von der AfD veranstaltetes „Weihnachtssingen“. Das Treffen der rechtspopulistischen Partei soll nach Bündnisangaben am Donnerstag ab 18.30 Uhr vor der Nikolaikirche auf dem Alten Markt stattfinden. Eingeladen haben demnach die AfD-Kreisverbände Potsdam, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Sprachlich hapert es dabei allerdings: „Jeder Bürger ist herzlich eingeladen an dieses Vorfestlich andächtige Weihnachtssingen teilzunehmen“, heißt es im Aufruf wörtlich.

Toleranzbündnis lädt ebenfalls zum Singen ein

Und: Zeitgleich findet in der Nikolaikirche das Eröffnungskonzert des Lewandowski-Festivals jüdischer Chormusik in Anwesenheit des israelischen Botschafters statt – zum Gedenken an den 80. Jahrestag der sogenannten Reichspogromnacht. „Wir möchten der Welt die nationalistischen Misstöne der AfD ersparen und laden alle weltoffenen Menschen dieser Stadt ein, gemeinsam zu singen. Für eine menschenfreundliche und demokratische Gesellschaft“, teilte das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ am Dienstag im sozialen Netzwerk Facebook mit. Das vor fast 20 Jahren gegründete Bündnis ist ein Zusammenschluss von Potsdamer Vereinen, Fraktionen und Unternehmen. Das von dem Bündnis organisierte Weihnachtssingen soll ebenfalls um 18.30 Uhr in der Humboldtstraße am Landtag stattfinden.

AfD kritisiert Protest

Aus Sicht von AfD-Vizekreischef Roman Kuffert ist der Protest nicht nachvollziehbar. So werde eine „gute weihnachtliche Tradition“ zum Aufhänger für politische Stimmungsmache gegen die AfD genutzt, sagte er. „Das ist falsch.“ Das jüdische Festival habe mit der eigenen, unpolitisch gemeinten Singeaktion nichts zu tun, so Kuffert weiter.

Autor