Potsdam : Gedenken an Opfer des 11. September

Konzert im Großen Waisenhaus am Dienstag

Konzert. Mitglieder der Kammerakademie spielten im Großen Waisenhaus.
Konzert. Mitglieder der Kammerakademie spielten im Großen Waisenhaus.Foto: A. Klaer

Mehr als 100 Potsdamer gedachten am gestrigen 11. Jahrestag der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Aus diesem Anlass hatte die Kammerakademie Potsdam und die Stiftung Großes Waisenhaus zur „Musik zur Mittagszeit“ in das barocke Treppenhaus des ehemaligen Waisenhauses in der Lindenstraße geladen. Gespielt wurden die Stücke „Unanswered Question“ des New Yorker Komponisten Charles Ives sowie das „Adagio for Strings“ von Samuel Berber. Letzteres wurde bereits bei der Trauerfeier am ersten Jahrestag der Anschläge an den eingestürzten Zwillingstürmen in New York gespielt, als die Namen der etwa 3000 Todesopfer verlesen wurden. Als am Dienstag die letzten Töne verklungen waren, war es in dem hohen Treppenhaus ein Moment lang still, bevor das Publikum den Musikern applaudierte.

Das Konzert sollte einen künstlerischen Zugang zum Thema ermöglichen, so Frauke Roth, Geschäftsführerin der Kammerakademie. Deshalb habe man sich auch für amerikanische Kompositionen entschieden. Es solle der Verbundenheit mit den Betroffenen eine klingende Form geben und dazu einladen, sich offenen Fragen zu stellen. „Das war für viele Menschen ein einschneidendes Erlebnis“, so Roth. So gut wie jeder wisse heute noch, wo er an diesem Tag gewesen sei und was er getan habe.

Die Potsdamerin Karin Förster erinnerte sich daran, wie sie den Tag damals erlebte. Eigentlich sollte im familiären Kreis der 24. Geburtstag ihrer Tochter gefeiert werden. In die Runde bei Kaffee und Kuchen platzte die Nachricht von den Flugzeugen, die in das World Trade Center gerast waren. „Dann war uns nicht mehr zum Feiern zumute“, so Förster. Den Rest des Tages habe man gebannt auf den Fernseher geschaut.

Auch Besucherin Elke Hummel konnte sich noch genau an den Tag vor elf Jahren erinnern. Sie erfuhr über die Anschläge aus dem Autoradio. „Ich war schockiert. Mir kamen die Tränen“, sagte Hummel. Die getragene, traurige Musik der Streicher und Bläser trage bei ihr dazu bei, dass die Gefühle von damals wieder hoch kämen. Marco Zschieck