• Gebremster Kampf gegen Corona: Brandenburg beim Impftempo wieder hinten

Gebremster Kampf gegen Corona : Brandenburg beim Impftempo wieder hinten

Im deutschlandweiten Vergleich hinkt das Land Brandenburg wieder beim Impfen hinterher - das Innenministerium nennt als Grund fehlenden Impfstoff

In Brandenburg dürfen jetzt auch die Hausärzte gegen Corona impfen.
In Brandenburg dürfen jetzt auch die Hausärzte gegen Corona impfen.Foto: Jens Kalaene/dpa

Potsdam - Brandenburg ist bei der Impfgeschwindigkeit im Bundesvergleich wieder auf die hinteren Plätze gefallen. So haben laut Robert-Koch-Institut bisher 24,8 Prozent der Brandenburger eine erste Dosis einer Corona-Schutzimpfung erhalten. Das ist ähnlich mau wie im benachbarten Berlin, nur Sachsen hat mit 24,6 Prozent eine schlechtere Quote - während im Saarland schon 29,8 Prozent der Bewohner erstgeimpft sind. Auch bei den vollständig geimpften Personen hinkt Brandenburg im deutschlandweiten Vergleich hinterher und befindet sich im letzten Drittel der Bundesländer. Das sind 7,2 Prozent, während Sachsen zum Beispiel schon 9,8 Prozent und Berlin 9,2 Prozent durchgeimpft hat.

Ministerium warnt vor "falschen Rückschlüssen"

In Brandenburg ist aktuell das von dem CDU-Mann Michael Stübgen geführte Innenministerium für die Impfstrategie verantwortlich - nach dem Impfchaos am Anfang unter Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), als Brandenburg auch im Deutschlandvergleich hinten lag. Ein Sprecher von Stübgen warnte am Freitag auf PNN-Anfrage vor "falschen Rückschlüssen" angesichts der Zahlen. Denn Brandenburg habe aktuell anteilig an der Bevölkerung die geringste Menge an Impfstoff geliefert bekommen - nur 35 Dosen pro 100 Einwohner. In Berlin seien es 35,2 Dosen, im Spitzenreiterland Saarland 43,6 Dosen. Daran zeige sich laut dem Sprecher, dass wir "einiges aus den knappen Mitteln rausholen".

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Auch EU-Sonderkontingente, die manchen Bundesländern zur Verfügung gestellt worden seien, Brandenburg jedoch nicht, verzerrten den Vergleich, so der Sprecher. Gleichwohl sei die Situation "alles andere als zufriedenstellend". So habe man zuletzt die Umbuchung von 60.000 AstraZeneca-Zweitimpfungen ausgleichen müssen: "Das bedeutet, dass dementsprechend viele Biontech und Moderna-Impfstoffdosen nicht für Erstimpfungen zur Verfügung stehen". 

Weiter Mangel an Impfstoff

Mit mehr Impfstoff wäre auch eine größere Geschwindigkeit möglich. "Wir haben in den letzten drei Wochen über eine Viertelmillion Impfstoffe in Brandenburg verabreicht, unsere Strukturen hätten bei optimaler Auslastung auch das Doppelte geschafft." Gleichwohl sei das Tempo gestiegen, betonte der Sprecher. So werde man in den Impfzentren dann auch an Feiertagen impfen - "wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist".

Etwas mehr Impfstoff gibt es für die Hausärzte. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung KVBB können die Mediziner nächste Woche bis zu 36 Dosen Biontech und 50 Dosen AstraZeneca bestellen. In der Vorwoche ging es laut KVBB um bis zu 80 Dosen pro Arzt.

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