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Garnisonkirche Potsdam : Bund fördert den Aufbau mit 12 Millionen Euro

Nachdem die Bundesregierung den umstrittenen Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche als Projekt von nationaler Bedeutung eingestuft hatte, fördert sie nun den Wiederaufbau der Kirche mit zwölf Millionen Euro.

Yne Jennerjahn

Der Bund sorgt für einen Paukenschlag in Potsdams Mitte: Der Wiederaufbau der 1968 als Kriegsruine gesprengten Potsdamer Garnisonkirche wird zum Bundesprojekt. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) kündigte am Montag in Berlin an, zwölf Millionen Euro aus seinem Haushalt zur Verfügung zu
stellen. Damit werde ein Signal für künftige Spender gesetzt, da das Bauprojekt überwiegend aus privaten Mitteln finanziert werden soll, erklärte Neumann.

Nach derzeitiger Planung soll bis zum 500. Reformationsjubiläum 2017 zunächst der Turm der evangelischen Garnisonkirche für rund 40 Millionen Euro wieder aufgebaut werden. Die Bauarbeiten sollen nach Angaben der Garnisonkirchen-Stiftung 2014 beginnen. Aus dem Bundeskulturhaushalt sollen jeweils sechs Millionen Euro für 2014 und 2015 fließen.

Die Bundesmittel sollen dazu beitragen, dass „eine alte Wunde in Potsdam geheilt“ werden könne, erklärte Neumann. Die 1732 eingeweihte und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Barockkirche sei „Teil des Ensembles aus Potsdamer Stadtschloss und Marstall und damit für das Stadtbild prägend“ gewesen.

Die Kirche sei zugleich Symbol „exemplarisch für die preußische und deutsche Geschichte in ihren Stärken und Schwächen“, betonte Neumann. Mit der Garnisonkirche werde „ein national bedeutsames Bauwerk wiederhergestellt, das in einem barbarischen Akt vom SED-Regime zerstört wurde“.

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Garnisonkirchen-Stiftung, der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Berliner Altbischof Wolfgang Huber, würdigte das Engagement des Bundes als „großartiges Signal an alle Unterstützerinnen und Unterstützer“. Mit der Hilfe durch den Bund rücke die Wiedererrichtung der Garnisonkirche „einen großen Schritt näher“.

In dem „als Bürgerkirche wieder errichteten Gotteshaus wird ein Erinnern für die deutsche und europäische Zukunft möglich werden“, erklärte Huber: „Hier sollen sich kommende Generationen darauf vorbereiten, die Freiheit zu bewahren und Verantwortung wahrzunehmen.“

Der Verwaltungsvorstand der Stiftung, Peter Leinemann, betonte, die Bundesmittel wirkten als „Initialzündung für die Spendenbereitschaft“. Die Stiftung werde nun „mehr denn je“ um weitere private Unterstützung werben. Die Baugenehmigung für das Vorhaben hat die Potsdamer Stadtverwaltung Ende Juli erteilt.

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