• Für oder gegen Gymnasium: Nächste Runde im Bornstedter Schulstreit

Für oder gegen Gymnasium : Nächste Runde im Bornstedter Schulstreit

Potsdamer Elternvertreter positionieren sich gegen den Umzug der Schule „Am Schloss“ nach Krampnitz. Streit gibt es auch um eine sogenannte Laborschule

Streitobjekt. Noch ist offen, welche Schulart in die Pappelallee ziehen wird.
Streitobjekt. Noch ist offen, welche Schulart in die Pappelallee ziehen wird.Foto: A. Klaer

Bornstedter Feld - Im Streit um die neue Schule an der Pappelallee gibt es weitere Wortmeldungen und Argumente. Am Mittwoch appellierte die Elternsprecherin der Gesamtschule „Am Schloss“ in einem Schreiben an die Stadtverordneten, dass diese von den Plänen absehen sollten, die Einrichtung von der Pappelallee nach Krampnitz zu verlegen.

Schon wegen der vielfachen Unwägbarkeiten rund um den umstrittenen Bau des neuen Viertels Krampnitz sei der vorgesehene Umzug einer bereits an einem Interimsstandort bestehenden Schule nicht zuzumuten, erklärte Sprecherin Birgit Nijboer in dem Brief. Auch widerspricht sie der Aussage des Rathauses, die zunächst vorgesehene Fläche an der Pappelallee sei nach Verhandlungen mit dem Land zu klein für eine sechszügige Gesamtschule: Man setze Vertrauen in das Können von Architekten, „auch auf abschüssigem Gelände und mit wünschenswertem Baumbestand“ eine Schule errichten zu können, so Nijboer.

Ein Votum pro Gesamtschule?

Wie berichtet sollen die Stadtverordneten am kommenden Mittwoch entscheiden, ob an dem Standort die Gesamtschule oder ein Gymnasium errichtet wird. Der Bildungsausschuss der Stadtverordneten hatte zuletzt die Gesamtschule favorisiert – allerdings könnten die in der Frage knappen Mehrheitsverhältnisse in der Stadtverordnetenversammlung auch wieder in Richtung Gymnasium pendeln.

Ein Zünglein an der Waage könnte dabei die Fraktion Die Andere sein, die sich im Ausschuss noch enthalten hatte. In einer Erklärung forderte die Fraktion am Mittwoch, dass die Stadt mit dem Land noch einmal grundsätzlich über das besagte Grundstück an der Pappelallee diskutieren müsse – das Land will dort bekanntlich neben der Schule ein weiteres Justizzentrum bauen.

Nachverhandlungen könnten aus Sicht der Fraktion mehr Platz für eine Gesamtschule an der Pappelallee bedeuten und sogar zwei Fußballplätze seien dann möglich, hofft die Fraktion. Allerdings hatte das Rathaus bisher deutlich gemacht, dass die Verhandlungen mit dem Land mit einem Kompromiss beendet seien.

Uni für Laborschule

Streit gibt es auch an anderer Stelle. Im Bildungsausschuss war wie berichtet von Grünen und Linken auch ein Vorstoß der SPD für eine sogenannte Laborschule in Potsdam abgelehnt worden, in der Lehramtsstudenten innovative Unterrichtsformen erproben könnten. So eine Einrichtung sei derzeit nur eine Vision, die mit der Realität wenig zu tun habe und allenfalls als zusätzliche Einrichtung ohne festen Bedarf errichtet werden könne, hieß es dazu aus dem Schulamt.

Das ruft nun die Universität Potsdam auf den Plan. So erklärte die Dekanin an der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Nadine Spörer, eine solche Universitätsschule könne ein Ort der Innovationsfreude und zugleich des nachhaltigen Wissenstransfers sein. Forscher an der Uni hätten bereits ein entsprechendes Konzept für Potsdam erarbeitet. Solch eine Schule könne „eine Schule für alle sein“, die Abschlüsse nach zehn Jahren ebenso anbiete „wie eine innovative Oberstufe, die ein Abitur nach elf, zwölf oder 13 Schuljahren ermöglicht“, sagte die Professorin für Grundschulpädagogik.

Eine Enthaltung

Ende vergangener Woche hatte sich auch der Jugendhilfeausschuss positioniert - mit einer Enthaltung. Zwar präsentierte die Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) die integrierte Schul- und Kitaentwicklungsplanung auch dort – aber der Ausschuss klammerte das Thema Schule in der anschließenden Debatte und im Beschluss aus. Gesprochen wurde ausschließlich über den Bereich Kita und Hort. Mit einer kleineren Änderung stimmte der Ausschuss dann auch ohne Gegenstimme für den Plan, allerdings mit der ausdrücklichen Bemerkung, dass sich das Gremium nicht mit der Frage Gesamtschule versus Gymnasium befasst habe.

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