• Für Kriegsflüchtlinge: Babelsberger Metropolishalle als Notunterkunft geplant

Für Kriegsflüchtlinge : Babelsberger Metropolishalle als Notunterkunft geplant

Die Metropolishalle in Babelsberg soll zur Notunterkunft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine werden. Händeringend sucht die Stadtverwaltung nach weiterem Wohnraum für die ankommenden Menschen

Die Metropolishalle wird noch vor Ostern zum Flüchtlingsheim
Die Metropolishalle wird noch vor Ostern zum FlüchtlingsheimFoto: Ottmar Winter

Potsdam - Potsdam bereitet sich darauf vor, eine dreistellige Anzahl an Geflüchteten aus der Ukraine in der Babelsberger Metropolishalle unterzubringen. Das erfuhren die PNN am Dienstag am Rande des Sozialausschusses. Der Beschluss darüber soll nach PNN-Informationen in der heutigen Hauptausschuss- Sitzung fallen. Insgesamt könnten in der Halle am Filmpark Schlafplätze für bis zu 500 Menschen geschaffen werden. Zudem sollen noch im April an zwei Standorten zusätzliche Container aufgestellt werden mit insgesamt 100 Plätzen.

Die Stadtverwaltung ist unter Zugzwang, denn für die mehr als 600 Menschen, die das Rathaus für begrenzte Zeit in Hotels und Pensionen untergebracht hat, gibt es viel zu wenige Möglichkeiten, wo diese danach unterkommen könnten. Potsdams Wohnungsmarkt ist bekanntlich fast leergefegt und für die Hotels beginnt im April die Touristensaison.

Die Daten zur Halle

Die Metropolishalle hat eine Fläche von rund 3000 Quadratmetern und weitere 1000 Quadratmeter im Foyer. Die 2008 eröffnete Halle verfügt über sanitäre Anlagen und Einrichtungen zur Essensversorgung. Sie müsste wahrscheinlich für mehrere Monate angemietet werden. Die Kosten könnten pro Woche im fünfstelligen Bereich liegen. Die Unterbringung im früheren Landtag auf dem Brauhausberg – wie von 2015 bis 2018 praktiziert – wurde wegen noch höherer Kosten verworfen. Wie berichtet hatte auch der Betreiber der teils leergezogenen Josephinen-Seniorenanlage an der Burgstraße angeboten, dort Geflüchtete unterzubringen.

Zwei Krankheitsfälle im Krisenstab

Vor mehr als zwei Wochen hatte die Stadt in der Orangerie der Biosphäre einen Anlaufpunkt für Kriegsflüchtlinge eingerichtet, die keine private Unterkünfte haben. Sie werden dort mit Informationen und Essen erstversorgt. Darüber hinaus stehen Feldbetten als Notunterkünfte zur Verfügung. Findet sich keine Unterbringung, müssen die Geflüchteten per Bus zur zentralen Aufnahmestelle des Landes in Eisenhüttenstadt gebracht werden.

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Zugleich muss die Stadt bei der Bewältigung der Lage auf zwei wichtige Führungskräfte verzichten: Sowohl Krisenstabsvorsitzende und Sozialdezernentin Brigitte Meier (SPD) als auch Wohnamtschef Gregor Jekel fallen nach PNN-Informationen coronabedingt derzeit aus.

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