• „Für ein tolerantes Potsdam und eine Stadt für alle“: Potsdamer Ehrenamtspreis zwölf Mal vergeben

„Für ein tolerantes Potsdam und eine Stadt für alle“ : Potsdamer Ehrenamtspreis zwölf Mal vergeben

Sie haben sich für ein tolerantes Potsdam und eine Stadt für alle eingesetzt: Zwölf Initiativen und Einzelpersonen werden für ihr freiwilliges Engagement ausgezeichnet.

Die beiden Potsdamerinnen Antje Bachmann (r. im Bild) und Sabine Lang haben das Welcome Dinner in Potsdam ins Leben gerufen, das bereits 60 Mal stattfand, hier ist eine Aufnahme von einer Veranstaltung vom März zu sehen. Nun wurden die beiden Frauen ausgezeichnet.
Die beiden Potsdamerinnen Antje Bachmann (r. im Bild) und Sabine Lang haben das Welcome Dinner in Potsdam ins Leben gerufen, das...Foto: A. Klaer (Archiv)

Potsdam - Sie sitzen bei Fremden am Krankenbett, gehen mit Jugendlichen ins Theater oder bringen Flüchtlinge mit Potsdamern zusammen – das Engagement der diesjährigen Ehrenamtspreisträger ist vielfältig. Am Dienstagabend wurden die Auszeichnungen in der Schinkelhalle an der Schiffbauergasse an zwölf Initiativen oder Einzelpersonen aus Potsdam vergeben – als Anerkennung ihres freiwilligen und unentgeltlichen Engagements.

Bereits das zehnte Jahr in Folge gibt es den undotierten Ehrenamtspreis in dieser Form, den die Stadt gemeinsam mit der städtischen Bauholding Pro Potsdam und dem Verein Soziale Stadt auslobt. Jedes Jahr wird ein bestimmtes Motto gewählt, 2016 lautete es „Für ein tolerantes Potsdam und eine Stadt für alle“ – die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe war also ein Schwerpunkt. In dieser Kategorie wurden zwei Initiativen ausgezeichnet, die PNN-Leser bereits kennen: Eine davon ist das Welcome Dinner, das die beiden Potsdamerinnen Antje Bachmann und Sabine Lang ins Leben gerufen haben. Sie organisieren private Abendessen für Flüchtlinge bei Potsdamern zu Hause, mehr als 60 solche Zusammentreffen haben sie bereits in die Wege geleitet. Oft entstehen dabei dauerhafte Freundschaften oder Sprach-Patenschaften. „Das Welcome Dinner ist ein Beispiel für praktische Integrationsarbeit im Alltag“, hieß es von der Jury des Ehrenamtspreises.

Ehrenamtspreis für Babelsberger Begegnungscafé für Flüchtlinge und Potsdamer

Und auch Günther Kruse wurde gemeinsam mit seiner Frau Martina mit dem „Ehrenamtspreis für das Wirken gegen Ausgrenzung und für Toleranz“ ausgezeichnet – er war Teil der PNN-Serie über Flüchtlingshelfer „Wir sind so helle“. Die Kruses betreiben in Babelsberg ein Begegnungscafé, in dem sich jeden Sonntag Flüchtlinge und Potsdamer bei Kaffee und Kuchen kennenlernen können. Das Café in der Freizeitstätte in der Karl-Liebknecht-Straße sei „ein Begegnungsort, wo ein Hilfs- und Kontaktnetz gepflegt wird, das vieles anbietet, was für die Flüchtlinge wichtig ist, von kostenloser medizinischer Betreuung über Wohnungsangebote bis zu Angeboten für den Spracherwerb“, so die Jury.

Den Preis für generationenübergreifendes Engagement bekamen in diesem Jahr die „Grünen Damen“ und Matthias Vogt. Die rund 15 „Grünen Damen“ helfen ehrenamtlich im Bergmann-Klinikum – sie kaufen für die Patienten ein, gehen mit ihnen spazieren oder leisten am Krankenbett Gesellschaft. Matthias Vogt hingegen sitzt seit fast drei Jahren im Beteiligungsrat der Stadt und setzt sich so für eine bessere Bürgerbeteiligung in Potsdam ein.

Preise für Spirellibande, Theater-Scouts und "Gesundheitsbuddy"

Für die Arbeit mit Jugendlichen wurde das Projekt Spirellibande sowie jeweils zwei Einzelpersonen ausgezeichnet. Die Spirellibande – initiiert von der Arbeiterwohlfahrt – bietet Schulkindern in sozial schwächeren Teilen der Stadt ein kostenloses, ausgewogenes Frühstück an. Die Preisträger Lisa Spitzer und Tilmann Triest versuchen wiederum, junge Menschen als „Theater-Scouts“ für das Theater zu begeistern – etwa indem sie mit ihnen Stücke besuchen oder ihnen Führungen oder Schauspielworkshops anbieten. Annette Langner und Frank Deckert hingegen begleiten Familien, die einen Angehörigen verloren haben. Sie machen mit ihnen Ausflüge oder nehmen an gemeinsamen Familientrauerwochenenden teil.

Für die Förderung des nachbarschaftlichen Engagements wurden ebenfalls drei Personen beziehungsweise Initiativen geehrt. Eine der Geehrten ist Marion Träger, die sich als „Gesundheitsbuddy“ um die Fitness von Senioren in ihrer Nachbarschaft kümmert. Martin Weps hingegen hegt und pflegt gemeinsam mit älteren Menschen den Garten des Friedrich-Reinsch-Hauses im Schlaatz. Und auch die ehrenamtlichen Helfer im Service-Punkt „K2“ bekamen eine Anerkennung dafür, dass sie die Einrichtung der Wohnungsbaugenossenschaft eG mit Angeboten für Nachbarn füllen.

Auch für langjähriges Engagement in Potsdam werden jedes Jahr Ehrenamtspreise vergeben. Diesmal ging die Auszeichnung an Wolfgang Puwalla, der vor mehr als 20 Jahren den Chor International gegründet hat – ein Angebot für Potsdamer mit und ohne Migrationshintergrund. Und auch die fast 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Potsdamer Tafel, die wöchentlich Lebensmittel für Bedürftige sammeln, sortieren und ausgeben, erhielten eine Ehrung für ihr langjähriges Engagement. Sie seien „die Basis für den Erfolg des Angebots“, so das Urteil der Jury.