Potsdam : Für das Tierheim

Tierschutzverein will Spendenkampagne starten

Für den Bau eines neuen Tierheims an der Michendorfer Chaussee plant der Potsdamer Tierschutzverein (TSV) Anfang Juni eine mehrtägige Spendenkampagne. Das teilte TSV-Sprecher Günter Hein jetzt in einer Erklärung mit. Unter anderem seien Handzettelaktionen und Informationsstände auf diversen Märkten und öffentlichen Plätzen in Potsdam geplant, hieß es.

Wie berichtet hatte der TSV im vergangenen Jahr nach langen Querelen von der Stadt einen Teil des sogenannten Sago-Geländes an der Ortsgrenze zu Wilhelmshorst erworben. Der Kaufpreis von rund 240 000 Euro sei inzwischen überwiesen, sagte Hein auf Anfrage. Nun gehe es unter anderem darum, marode Gebäude auf dem Areal zu sanieren und die Räume vorschriftsmäßig als Tierunterkünfte herzurichten. Auch Verwaltungs-, Tierarzt- und Werkstatträume würden benötigt, ebenso eine Wohnung für Tierpfleger. Hinzu kommen Heizungsanlagen oder ein Außengehege. „Das alles kostet viel Geld“, sagte Hein.

Fachleute hätten den Kostenaufwand auf insgesamt drei bis vier Millionen Euro geschätzt – die 500 Mitglieder des Vereins könnten diese Summe nicht alleine aufbringen. „Unser Verein will das künftige Tierheim deshalb über die Jahre hinweg etappenweise bauen und betreiben.“ Zumindest aber könne das erste Gebäude vermutlich noch in diesem Jahr fertiggestellt werden, so Hein – auch um den Betrieb des Tierheims bereits aufnehmen zu können. Bereits jetzt gebe es regelmäßige ehrenamtliche Arbeitseinsätze auf dem Sago-Gelände, fügte Hein hinzu.

Der TSV hatte bis Ende 2007 das alte Tierheim am Wildpark betrieben. Die kommunale Pflichtaufgabe der Fundtierbetreuung hat die Stadt seither an auswärtige Anbieter vergeben, derzeit nach Zossen (Teltow-Fläming). Wenn der Bau des neuen Tierheims am Sago-Gelände fortgeschritten genug ist, will sich der TSV voraussichtlich auch um diese Aufgabe bewerben – und damit den Betrieb des Heims finanzieren. Laut Konzept ist in dort aber nicht nur eine Tierbetreuung geplant, sondern auch Angebote für Kindergärten, Schulklassen, Senioren sowie Natur- und Tierschützer. Sprecher Hein sagte, man wolle die Einrichtung „Tierkompetenzzentrum“ nennen. Hein sagte aber auch: „Es sei denn, die Potsdamer haben eine originellere Namensidee.“ HK