• Freitag, 25. Oktober 2019: Das ist heute in Potsdam wichtig

Freitag, 25. Oktober 2019 : Das ist heute in Potsdam wichtig

Heute freuen wir uns auf van Goghs Stillleben, blasen alle Behördentermine im Rathaus ab, nehmen Abschied im Kuze - und freuen uns auf das längste Wochenende des Jahres.

Sophie Laaß
Zitronen und Flasche.  Heute wird die Ausstellung "Van Gogh. Stillleben" im Museum Barberini feierlich eröffnet.
Zitronen und Flasche.  Heute wird die Ausstellung "Van Gogh. Stillleben" im Museum Barberini feierlich eröffnet.Foto: Monika Skolimowska/dpa

Potsdam - "Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow? Ich muss mal eben dahin, mal eben nach Ost-Berlin." Sie erinnern sich sicher an diesen Udo-Lindenberg-Hit. Heute vor 36 Jahren, am 25. Oktober 1983, trat der Panikrocker tatsächlich in Ost-Berlin auf, im Palast der Republik - großenteils vor Funktionären, die Fans sammelten sich zu Hunderten draußen vor der Tür und riefen "Wir wollen rein!". Vergeblich. Es sollte Lindenbergs erster und einziger Auftritt in der DDR bleiben, zu der von ihm gewünschten Tournee kam es nie.

Der höchste Holzturm der DDR - gesprengt

In Golm besiegelte heute vor 40 Jahren ein Knall das Ende einer Ära. Der 98 Meter hohe Holzfunkturm, damals das höchste Holzbauwerk in der DDR, wurde gesprengt. Er gehörte zum Sender Golm, dem nach dem Krieg am Kuhforter Damm errichteten zentralen Mittelwellensender für das heutige Brandenburg. Vom Funkturm am Kuhforter Damm wurde das Regionalprogramm des Funkhauses Potsdam gesendet, zwischenzeitlich auch der Berliner Rundfunk, die Berliner Welle, DDR I, DDR II und der russische Sender "Wolga", wie der ehemalige Antennenwart Günter Grützner und Ortschronist Siegfried Seidel in einem Beitrag in der Golmer Ortsteilzeitung einmal berichteten. Den Holzturm ersetzten zunächst zwei 51 Meter hohe Stahlmasten. Nach der Wende, im Juni 1991, stellte die Sendestelle Golm den Betrieb ein.

Zeitumstellung am Sonntag

Und damit ins hier und jetzt und zum heutigen Freitag, dem Tag vor dem längsten Wochenende des Jahres! Die Zeitverschiebung macht's möglich: Am Sonntag erhalten wir eine Extrastunde, weil die Uhren nachts um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt werden. Das heißt dann auch: Morgens wird es wieder früher hell, dafür aber abends früher dunkel. Und auch wenn es heute nochmal sonnig und 17 Grad warm werden soll - Polarluft ist im Anmarsch, Mitte nächster Woche könnte es den ersten Nachtfrost geben. Der Winter naht oder wie es neudeutsch heißt: Winter is coming. In zwei Monaten ist Weihnachten. Und auch wenn das jetzt unwahrscheinlich klingt: Genau heute in einem Monat eröffnet der Potsdamer Weihnachtsmarkt in der Brandenburger Straße. Zum Ärger gefühlt mindestens der halben Stadt (die Verfasserin inbegriffen) wird es wieder die Beleuchtung in Frostfarbe geben, den "Blauen Lichterglanz".

Ausstellungseröffnung im Barberini

Heute steht Potsdam unter einem künstlerischen Stern: Am Abend wird im Museum Barberini die van Gogh-Ausstellung eröffnet - nicht zu verwechseln mit der van Gogh-Ausstellung im Frankfurter Städel Museum, die seit Mittwoch zu sehen ist. Die Schau im Barberini am Alten Markt zeigt 27 Stillleben des niederländischen Künstlers. Und nein, die berühmten Sonnenblumen sind nicht dabei. "Kein Museum wird diese Ikonen der Malerei jemals auf Reisen schicken", heißt es vom Museum dazu. Die Potsdamer dürfen sich unter anderem auf strahlende Dahlien, rote Mohnblumen, Kartoffeln, Zwiebeln, Orangen, Zitronen und Weintrauben freuen. Na, haben wir Ihnen das Ganze schmackhaft gemacht? Zur feierlichen Eröffnung heute Abend werden unter anderem der niederländische Botschafter Wepke Kingma und die Sammlungsleiterin des Amsterdamer Van Gogh-Museums, Marije Vellekoop, erwartet. Das Publikum kann die Schau ab Samstag und bis zum 2. Februar sehen.

Absolventenabschied, Sicherheitsdebatte, Architekturdiskussion

Aber auch sonst ist einiges los in der Stadt. Die angehenden Juristen werden heute Nachmittag an der Universität Potsdam am Campus Griebnitzsee ins Berufsleben verabschiedet.

Um die Sicherheit von jüdischen Einrichtungen im Land Brandenburg geht es heute bei einem Treffen der Polizei mit Vertretern der jüdischen Gemeinden. Dort soll es auch um bauliche Maßnahmen gehen, wie das Innenministerium mitteilte.

In der Schiffbauergasse wird ab 16 Uhr der Brandenburgische Baukulturpreis verliehen - unser Interview mit Christian Keller, dem Präsidenten der Architektenkammer, über die Probleme von Einfamilienhaus-Siedlungen und die Herausforderungen des Klimawandels für den Wohnungsbau lesen Sie >>> hier.

Und am Abend tagt der Gestaltungsrat - ausnahmsweise einmal öffentlich. Bei der Veranstaltung im Hörsaal D011 der Fachhochschule, Kiepenheuerallee 5, geht es um den geplanten Neubau des Leibniz-Institutes für Astrophysik in Babelsberg und den Drewitzpark am Kirchsteigfeld. Das Fachgremium berät Bauherren zur architektonischen und städtebaulichen Qualität ihrer Vorhaben. Beginn der öffentlichen Sitzung ist 18 Uhr.

OB-Sprechstunde, aber sonst alles geschlossen im Stadthaus

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) lädt ab 16.30 Uhr in seinem Büro im Stadthaus, Friedrich-Ebert-Straße 79/81 zur Bürgersprechstunde ein. Eine Voranmeldung per Mail an [email protected] ist notwendig.

Mit anderen Anliegen braucht man von heute bis einschließlich Dienstag allerdings nicht ins Rathaus zu kommen. Denn das Bürgerservicecenter einschließlich des Fundbüros, das Standesamt, die Ausländerbehörde sowie die Kfz-Zulassungsbehörde sind an allen Tagen geschlossen. Betroffen sind auch die Bereiche Kita, Kinder- und Jugendhilfe, Wohnen und Arbeit, Grün- und Verkehrsflächen sowie das Gesundheitsamt und das Stadtarchiv, diese aber nur am Montag und Dienstag. Als Grund nannte die Stadtverwaltung „umfangreiche Arbeiten am IT-System“. Am Freitag kommt es wegen einer Personalversammlung zu weiteren Einschränkungen. Auch die Hauptbibliothek im Bildungsforum ist daher am Freitag ab erst 14 Uhr geöffnet.

Pappelallee voll gesperrt

Für Autofahrer gibt es ab heute Nachmittag im Norden ein Problem: Die Pappelallee wird ab 17 Uhr zwischen Ruinenbergstraße und Erich-Mendelsohn-Allee voll gesperrt. Die Fahrbahndecke der viel befahrenen Straße soll erneuert werden. Die Vollsperrung soll am Sonntagabend wieder aufgehoben werden.

Für Kunden der Deutschen Bank in Babelsberg heißt es Abschied nehmen. Die Bank schließt ihre Filiale in der Karl-Liebknecht-Straße und ist künftig in Potsdam nur noch in der Wilhelmgalerie am Platz der Einheit vertreten.

Schlemmen für die Karriere

Bei einem Vier-Gänge-Menü über die eigene Zukunft nachdenken: Die Potsdamer Industrie- und Handelskammer lädt heute zu einem außergewöhnlichen Essen ein. Bei dem „Berufswahl-Dinner“, das im Bayrischen Haus in Wildpark-West stattfindet sollen Eltern und Schulabgänger Einblicke in die Hotel- und Gaststättenbranche bekommen. Interessierte können nicht nur Schlemmen, sondern den Profis über die Schulter schauen und Fragen stellen. Informiert wird über mögliche Praktika und Ausbildungsplätze. Zu Gast sind auch regionale Unternehmen sowie deren Ausbilder und Azubis. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr und findet im Bayrischen Haus, Elisenweg 2 in Potsdam statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist allerdings begrenzt. Um Anmeldung unter [email protected] wird gebeten. Die Anmeldung ist nur nach schriftlicher Bestätigung gültig.

Schwierige Wege aus der DDR

Wie es DDR-Bürgern erging, die einen Ausreiseantrag gestellt haben, das haben die Autoren Jana Göbel und Matthias Meisner recherchiert. Heute Abend lesen sie auf Einladung der grüne-nahen Heinrich-Böll-Stiftung aus ihrem Buch "Ständige Ausreise - Schwierige Wege aus der DDR". Beginn ist 19 Uhr in der Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum am Platz der Einheit. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Es wird um eine Anmeldung gebeten.

Unterwegs auf Fontanes Spuren

Zurück ins urige Brandenburg führt um 19 Uhr eine Lesung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte im Kutschstall am Alten Markt. Zwölf Autoren haben sich auf Theodor Fontanes Spuren begeben. Ihre Antworten auf die Wanderungen durch die Mark Brandenburg präsentieren die Herausgeberinnen Gisela Holfter und Godela Weiss-Sussex sowie die Autoren Annett Gröschner, Kathrin Schmidt und Florian Werner. Der Eintritt kostet 3 Euro.

"Systemsprenger" mit Gebärdendolmetscherin

Keine leichte Kost ist die Geschichte um das gewalttätige Mädchen Benni, die im Film "Systemsprenger" erzählt wird: Mit gerade mal neun Jahren hat es bereits eine Odysee von betreuten Wohngruppen und Notunterkünften hinter sich. Solche Kinder, die sich scheinbar nicht in die Betreuungskonzepte der Jugendhilfe integrieren lassen, werden im Fachjargon Systemspringer genannt. Der Film von Regisseurin Nora Fingerscheidt und dem Babelsberger Produzenten Peter Hartwig, der von Deutschland ins diesjährige Oscar-Rennen geschickt wurde, wird heute im Thalia-Kino, Rudolf-Breitscheid-Straße 50, gezeigt. Besonderheit bei der Vorstellung um 19 Uhr: Der Film wird von Gebärdendolmetscherin Gudrun Hillert gedolmetscht. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 8.50 Euro.

Film im Schloss Sacrow

Lina Braake ist 81 Jahre alt. Sie lebt in einem Mietshaus, in dem sie vom Eigentümer ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt bekommen hat. Als dieser jedoch stirbt, werden seine Schulden mit dem Wert des Hauses aufgerechnet. Das Haus gehört jetzt der Bank und Braake soll ins Altersheim. In seiner Reihe „AugenBlicke im Schloss“ zeigt der Verein Ars Sacrow am Freitag, den 25. Oktober, den 1974 entstandenen Film „Lina Braake“ von Bernhard Sinkel und Alf Brustellin. Nach der Vorführung ist ein Gespräch mit Produzent Joachim von Vietinghoff geplant. Die Karten kosten 10, ermäßigt 5 Euro. Anmeldung unter [email protected]. Kartenverkauf im Schloss ab 18 Uhr.

Schluss mit Rock

Abschiedskonzert der Band Bullgine heute im Kuze.
Abschiedskonzert der Band Bullgine heute im Kuze.Foto: Hajo von Cölln

Nach sieben Jahren ist Schluss. Bullgine spielen heute ihr letztes Konzert im Kuze. Wer auf eine gesunde Mischung von Post Rock, Alternative, Metal und Pop  steht, ist heute in der Hermann-Elflein-Straße 10 bestens aufgehoben. Die Band verspricht, das gesamte Repertoire darzubieten., Zudem haben sie sich "einiges für einen gebührenden Abschied" einfallen lassen.

Zum Schluss das Wetter

Über das Wetter haben wir schon an früherer Stelle gesprochen. Hier daher einfach nochmal die Erinnerung: Zeit umstellen am Sonntag nicht vergessen!