• Frauenfußball-Club Turbine Potsdam: Tabea Kemme unterliegt knapp

Frauenfußball-Club Turbine Potsdam : Tabea Kemme unterliegt knapp

Rolf Kutzmutz bleibt Präsident des 1. FFC Turbine Potsdam. Der 73-Jährige setzte sich mit 110 zu 100 Stimmen gegen die ehemalige 29-jährige Turbine-Spielerin durch.

Thomas Flehmer
Rolf Kutzmutz bleibt weiter Turbine-Präsident.
Rolf Kutzmutz bleibt weiter Turbine-Präsident.Foto: Andreas Klaer

Potsdam  - Rolf Kutzmutz bleibt für die nächsten drei Jahre Präsident des Frauen-Bundesligisten Turbine Potsdam. In der Mitgliederversammlung setzte sich der 73-Jährige knapp mit 110:100 Stimmen gegen Mitbewerberin Tabea Kemme durch. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Linken übt das Amt seit 2015 aus, die 29 Jahre alte ehemalige Turbine- und Nationalspielerin Kemme hatte im März ihre Kandidatur angekündigt und wollte dem Verein modernere Strukturen verleihen. Sie wäre die erste Frau an der Spitze eines Frauenfußball-Bundesligisten gewesen.

Unterlag mit zehn Stimmen: Herausforderin Tabea Kemme.
Unterlag mit zehn Stimmen: Herausforderin Tabea Kemme.Foto: Carmen Jaspersen/dpa


Die Sitzung im Potsdamer Kongresshotel hatte gegen 17.30 Uhr begonnen. Nach der Abstimmung, die kurz vor Mitternacht abgeschlossen war, zeigte sich Kemme enttäuscht. Zugleich zeige das knappe Abstimmungsergebnis „die Notwendigkeit, den Verein Turbine Potsdam zu erneuern“, wie Kemme am frühen Samstagvormittag schrieb, „das knappe Abstimmungsergebnis zeigt, dass Fairness und Transparenz, sportlicher Ehrgeiz und Verantwortungsbewusstsein endlich angekommen sind.“ Ihre Kandidatur habe offengelegt, "dass der Generationswechsel im Verein nicht mit dem notwendigen Ernst angegangen wird." Zudem hatte ihr Lager mehrfach über mangelnde Fairness im Wahlkampf geklagt. Von Teilnehmern der Sitzung war von einer teils angespannten Atmosphäre die Rede, auch von Lagerbildung.
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Der Verein selbst gab erst am späten Samstagvormittag die Ergebnisse der nicht-öffentlichen Mitgliederversammlung, zu der auch keine Medienvertreter geladen waren, in Potsdam bekannt. Dabei bedankte sich Kutzmutz bei seinen Wählern und versprach, mit seinem Team „das breite Spektrum an Aufgaben und Vorhaben unseres Vereins“ abzudecken.

Zum Team von Präsident Kutzmutz, das ebenfalls gewählt wurde, gehören Ulrike Häfner, die als Vizepräsidentin fungiert und einst den SPD-Stadtverband in Potsdam geführt hat. Heute ist sie Referentin im brandenburgischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Ebenfalls als Vize-Präsident gewählt wurde Uwe Reher. Die Ex-Turbine-Spielerin Stefanie Draws ist Schatzmeisterin in Kutzmutz' Team. Im erweiterten Vorstand sitzen  ferner Susanne Lepke, Gordon Engelmann, Rick van Riemsdijk.

Abstimmung ging heftiger Wahlkampf voraus

Angesichts des heftigen Wahlkampfes zwischen Kutzmutz und Kemme, der in dem knappen Wahlergebnis zum Ausdruck kam, sieht es der alte und neue Präsident als seine „dringlichste Aufgabe“ an, „über alle Differenzen hinweg die Mitglieder des Vereins und Anhänger wieder zusammenzuführen.“ Angesichts des Machtkampfs im Vorfeld hatte sich nach PNN-Informationen selbst Potsdams früherer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) eingeschaltet und nach Lösungen gesucht.

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