FORTUNAS Fazit : Das Spiel beginnt

In Potsdam wird immer um den Ball gekämpft: PNN-Redakteurin Valerie Barsig blickt zurück auf eine temporeiche Woche.

Anstoß! Das Fußballfieber hat begonnen, die Potsdamer „haben Puls“, wie ein Kollege in der Redaktionskonferenz sagte. Das Public Viewing ist gestartet, vom Luisenplatz bis zum Krongut Bornstedt. Damit ist der Ball also offiziell im Spiel, um – dem Anlass entsprechend – Fußballmetaphern ins Feld zu führen.

Die Situation gerade noch so gerettet haben die Abwehrspieler alias das Bildungsministerium, die Stadt und Vertreter der Steubenschule am Montag. Mit einem Maßnahmenpaket wollen sie die problematische Situation an der Steubenschule verbessern. In einem Mitte Mai aufgetauchten Schreiben war von Gewalt, Drogen und Übergriffen auf Lehrer berichtet worden. Das Ministerium und die Schule hatten nach Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst von Einzelfällen gesprochen – allerdings auch elf Schulverweise allein in der Klasse 7 innerhalb eines Jahres gezählt. Wie das Spiel ausgeht, zeigt sich im September bei einem Folgetreffen.

Fehlschuss

Einen glatten Fehlschuss am Tor vorbei leistete sich die Stadt bei der Verkündung der drei neuen Kandidaten für einen Eintrag ins Goldene Buch – denn auf der Liste fehlt Hartmut Dorgerloh, der langjährige Chef der Schlösserstiftung. Schuld ist wohl ein Fehler in der Mannschaftsaufstellung: Denn das Verhältnis der Chefs im Rathaus und bei der Schlösserstiftung ist nicht das Beste, heißt es.

Sozusagen verletzungsbedingt ausgefallen sind im ersten Halbjahr 2017 rund 9300 Stunden an Potsdamer Schulen. Das teilte das Bildungsministerium am Mittwoch mit. Damit liegt Potsdam mit einer Ausfallquote von 1,8 Prozent zwar unter der des Landes (2,1 Prozent). Drei Potsdamer Schulen gehören aber zu denen im Land, in denen es vergleichsweise viel Stundenausfall gab: Es handelt sich um die Förderschule am Nuthetal, die Lenné-Gesamtschule und die Grundschule am Priesterweg. Würden wir beim Fußball bleiben, wäre damit eine Aufnahme in den WM-Kader wohl gefährdet.

Neue frische Talente in der Abwehr bekommt künftig wohl die Gutenbergstraße: in Form von Pollern. Am Montagabend hatten sich die Teilnehmer der Planungswerkstatt Friedrich-Ebert-Straße dafür ausgesprochen, die Gutenbergstraße für den Durchgangsverkehr zu sperren. Damit ist die Aufstellung gegen gegnerische Autos künftig gewährleistet. Durchbricht doch eines die Abwehrlinie, dürfte es eine rote Karte von der Polizei geben.

Profistürmer

Profistürmer der Woche ist das neue volumetrische Studio in Babelsberg: Ab sofort sollen dort begehbare Filme gedreht werden und Potsdam als Medienstandort katapultiert sich auch wirtschaftlich nach vorn. Das freute am Montag auch Teammanager Albrecht Gerber alias Brandenburgs Wirtschaftsminister (SPD).

Noch ein bisschen trainieren muss übrigens der Entwicklungsträger Bornstedter Feld: Vier neue Kitas, mindestens ein Jugendclub und ein Bürgertreff sollen bis 2021 noch in dem Entwicklungsgebiet gebaut werden, um der prognostizierten Bevölkerung gerecht zu werden.

Das Potsdamer Spiel bleibt damit also wie immer eine spannende Partie. Ebenso spannend dürfte das WM-Spiel Deutschland gegen Mexiko am Sonntag um 17 Uhr werden.