• Folgen der Coronakrise: Hunderte Tonnen zusätzlicher Müll

Folgen der Coronakrise : Hunderte Tonnen zusätzlicher Müll

Während des Lockdowns haben die Potsdamer mehr Abfall weggeworfen. Doch nicht immer in die richtige Tonne.

Die Step wünscht sich bessere Mülltrennung. Ölkanister kommen zum Beispiel nicht in den Restmüll.
Die Step wünscht sich bessere Mülltrennung. Ölkanister kommen zum Beispiel nicht in den Restmüll.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die vergangenen Monate haben den Alltag auch in Potsdam verändert: Durch Homeoffice und Homeschooling verbrachten die Menschen deutlich mehr Zeit zu Hause. Es wurde mehr in der Familie gekocht, Speisen und Kleidung häufiger über das Internet bestellt. All das hat hat auch einen maßgeblichen Einfluss auf die dadurch entstehenden Abfallmengen der Haushalte: So ist der Biomüll von Januar bis April 2020 verglichen mit demselben Zeitraum im Jahr zuvor um 80 Tonnen gestiegen, bei Pappe, Papier und Karton um 87 Tonnen und bei Leichtverpackungen, also alles, was in den Gelben Sack gehört, um 99 Tonnen, wie Burkhardt Greiff, Geschäftsführer der Potsdamer Stadtentsorgung (Step), bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Wertstoffhof Drewitz am Mittwoch sagte.

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Besonders bemerkbar mache sich die Entwicklung beim Restmüll: Um etwa 295 Tonnen ist die Menge verglichen mit dem Vorjahr angestiegen. „Der Müll wurde von den Unternehmen, die geschlossen haben, nach Hause verlagert“, erklärte Greiff. Verpackungen und Abfälle, die sonst in den Sammelbehältern von Firmen und Händlern oder Schulen und Kitas landen, teilen sich nun mehr auf die Haushalte auf. Durch die viele Zeit zu Hause hätten viele außerdem die Gelegenheit genutzt, um ihre Wohnung zu entrümpeln, so Greiff. Dadurch stieg die Sperrmüllmenge verglichen mit dem Vorjahr um 89 Tonnen.

Appell an Bürger

Der Step-Geschäftsführer appelliert daher an die Bürger, beim Thema Mülltrennung noch aufmerksamer zu sein. Denn viel Müll landet in der falschen Tonne. Zum Beispiel gehörten in den Gelben Sack ausschließlich Verpackungen. Spraydosen, alte Tupperdosen oder Zahnbürsten müssten anders entsorgt werden. Letztere landen besonders häufig in der Gelben Tonne. 

„Der Bürger denkt: Da ist ein bisschen Plastik dran, also gehört das in den Gelben Sack“, ist Greiffs Erfahrung. 30 Prozent des Inhalts ist dort fehl am Platz und müsse später händisch aussortiert werden. Auch in den Restmüll werfen viele Menschen mehr, als sie eigentlich sollten. Etwa 30 bis 40 Prozent davon seien biogene Abfälle und gehörten in die Biotonne, erklärte der Geschäftsführer. „Da würden wir uns wünschen, dass noch mehr getrennt wird“, sagte er.

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Mülltrennung entscheidend fürs Recycling

Denn die Mülltrennung ist entscheidend, um den Abfall später recyclen zu können. Das betrifft auch Elektroschrott und andere Materialien, die als Schadstoffe schlimmstenfalls die Umwelt belasten, wenn sie nicht sachgerecht entsorgt werden. Neben elektronischen Geräten wie Handys zählen dazu auch Batterien, Farbreste, Pflanzenschutzmittel oder Medikamente, Säuren und Chemikalien. 

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Aber auch Abfälle aus Bautätigkeiten wie Dachpappen oder Asbestzementprodukte müssen gesondert entsorgt werden, erklärte Falk Nobst, Gefahrgutbeauftragter und zuständig für die Schadstoffentsorgung bei der Step. Diese müssten zu einem Wertstoffhof gebracht werden. Außerdem hält regelmäßig ein Schadstoffmobil in den Potsdamer Stadtteilen. Dort könnten die Bürger wohnortnah solche Schadstoffe abgeben, so Nobst.

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