• Flüchtlinge in Potsdam: 450 Menschen droht die Abschiebung

Flüchtlinge in Potsdam : 450 Menschen droht die Abschiebung

Die Asylverfahren von rund 450 Menschen in Potsdam sind endgültig abgelehnt worden, 16 reisten freiwillig aus. Das teilte das Rathaus auf Anfrage der AfD mit.

Abgeschoben-Stempel der Bundespolizei in Schönefeld (Brandenburg).
Abgeschoben-Stempel der Bundespolizei in Schönefeld (Brandenburg).Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Potsdam - In Potsdam müssen aktuell rund 450 Menschen damit rechnen, in ihre Herkunftsländer abgeschoben zu werden. Von so vielen Personen sei „das Asylverfahren unanfechtbar abgelehnt worden“, teilte die Stadtverwaltung jetzt auf Anfrage der AfD-Fraktion mit. Tatsächlich seien in diesem Jahr aber nur drei Personen „zwangsweise rückgeführt“ worden, 16 andere reisten freiwillig aus. Die Zahlen der Stadt beziehen sich auf den 30. September als Stichtag.

Vergleichswerte, wie viele Flüchtlinge in anderen Jahren in Potsdam lebten, fragte die AfD nicht ab. Laut Stadt ist aktuell bei 778 Flüchtlingen noch nicht über das Asylverfahren entschieden worden, mehr als 2350 Personen sind entweder schutz- oder asylberechtigt. Das ist nur ein kleinerer Teil der in Potsdam lebenden Ausländer: Laut den städtischen Statistiken haben 15.904 Potsdamer einen nicht-deutschen Pass, 28 Prozent davon stammten aus anderen EU-Staaten.

AfD-Fraktion spricht von "Überfremdung"

In einer weiteren Anfrage hatte die AfD nach der Unterbringung der Flüchtlinge gefragt. Laut der Antwort lebten Ende September 989 Menschen in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften. Davon sind beispielsweise 236 Personen in den beiden Heimen am Nuthetal und an den Kopfweiden im Bereich Schlaatz/Teltower Vorstadt untergekommen. In beiden Stadtteilen leben insgesamt rund 14.000 Bewohner. 107 der besagten 236 Flüchtlinge stammten aus der russischen Föderation, vornehmlich aus Tschetschenien, 38 aus Afghanistan, 27 aus Syrien – auch diese Zahlen hatte AfD-Fraktionschef Dennis Hohloch genau aufgeschlüsselt haben wollen. Das Stadtbild in einzelnen Vierteln habe sich schon stark verändert, so der AfD-Mann, auch von "Überfremdung" war in der Anfrage die Rede. Dem hielt das Rathaus in der Antwort entgegen: „In einer Stadt der Toleranz und Wissenschaft ist Vielfalt an Nationalitäten eine gewünschte Entwicklung.“