• Filmstandort Berlin-Brandenburg: Film als Industrie der Zukunft

Filmstandort Berlin-Brandenburg : Film als Industrie der Zukunft

„Wir hatten eine fantastische Crew in Berlin und Babelsberg“, lobt Oscar-Regisseur Steven Spielberg im neuen Werbetrailer des Medienboards Berlin-Brandenburg. Schauspielstar Matt Damon erklärte die Babelsberger Filmcrews seiner „Bourne“- Filme sogar als „top of the world“. Deutlich wird: Dank des Könnens der Potsdamer Filmhandwerker und der Studios in Babelsberg ist der Filmstandort Berlin- Brandenburg international hoch geschätzt. Doch werde der Film noch immer nicht als Industrie und echter Wirtschaftsfaktor anerkannt, bemängelten am Montagabend Vertreter der Branche bei einer Diskussion im Berliner Delphi-Kino, organisiert von der Berliner Industrie- und Handelskammer und der Filmfördereinrichtung Medienboard Berlin- Brandenburg.

Babelsbergs Studiochef Christoph Fisser warnte erneut eindringlich, dass der Filmstandort drohe, den internationalen Anschluss zu verlieren, wenn die Fördermöglichkeiten für Produzenten und Filmemacher nicht angepasst werden. Derzeit können bis zu 20 Prozent der Herstellungskosten eines Films über Programme wie dem Deutschen Filmförderfonds finanziell gefördert werden. Der Fonds ist aber auf 50 Millionen Euro pro Jahr begrenzt. „Deutschland ist weltweit das einzige Land, das mögliche Mehreinnahmen freiwillig deckelt“, so der Studio-Boss. Laut dem Studiochef würde bei der Unterstützung von Filmproduktionen von einem Euro Förderung direkt 1,80 Euro an den Staat zurückgehen. „Diese Steuermehreinnahmen rechnen sich also“, zeigt sich Fisser verwundert, warum man staatlicherseits die Filmförderung nach wie vor in der Höhe begrenzt.

Der Babelsberger X-Filme-Chef und Produzent Stefan Arndt beschrieb die wirtschaftlichen Effekte anhand der Serie „Babylon Berlin“, die bis vor Kurzem auch in der Babelsberger Außenkulisse „Neue Berliner Straße“ gedreht wurde: Bei der 40-Millionen-Euro-Produktion wurden 3,8 Millionen Euro über hiesige Reisebüros umgesetzt, eine Million Euro wurden für Hotelübernachtungen in der Region genutzt. Allein 60 Prozent des Gesamtbudgets wurden für Mitarbeiter sowie Arbeiten und Dienstleistungen vor Ort eingesetzt, so Arndt. „Autovermietungen, Handwerker, Übernachtungsbetriebe – die Region profitiert von der Filmwirtschaft direkt“, erklärte der Produzent des Oscar-Films „Liebe“.

Medienboardchefin Kirsten Niehuus empfahl eine Fördersumme von 200 Millionen Euro pro Jahr und verwies dabei auf Länder wie Großbritannien oder Kanada, die durch Förderung der audiovisuellen Kreativindustrie einen Wirtschaftsschwerpunkt im Land geschaffen hätten. X-Filme-Chef Arndt pflichtete bei: „Jobs beim Film sind die neue Art der Industriearbeitsplätze in dieser Region.“KG

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