• Potsdam: Filmuni-Bau wird erst zwei Jahre später fertig

Filmstandort Babelsberg : Filmuni-Bau wird erst zwei Jahre später fertig

Die Fertigstellung des Filmuni-Neubaus verzögert sich um ganze zwei Jahre. Doch damit nicht genug: Sie wird auch noch ein Drittel teurer als geplant.

Weil die Fassade des Filmuni-Neubaus noch offen ist, können im Inneren noch keine Leitungen verlegt werden.
Weil die Fassade des Filmuni-Neubaus noch offen ist, können im Inneren noch keine Leitungen verlegt werden.Foto: Manfred Thomas

Potsdam - Die Studenten der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ werden noch eine Weile zusammenrücken müssen: Der geplante Erweiterungsbau wird erst zwei Jahre später fertig als geplant – und zudem um mindestens ein Drittel teurer. Seit 2015 wird an dem so genannten Lehrgebäude 6 gebaut. Entstehen sollen dort auf drei Stockwerken mit rund 3600 Quadratmetern eine Mensa, Seminarräume, aber auch Studios, Büros und ein Zeichensaal. Mit dem Bestandsgebäude soll das neue Bauwerk über eine Brücke verbunden werden.

Das Gebäude soll erst 2020 fertig sein

Im Dezember 2016 wurde Richtfest gefeiert in der Marlene-Dietrich-Allee. Damals ging der Bauträger, der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB), von einer Fertigstellung im Mai 2018 aus. Nun teilte BLB-Sprecherin Ulrike Rehberg auf PNN-Anfrage mit: „Nach heutigem Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass der Erweiterungsbau Haus 6 für die Filmuniversität in der ersten Hälfte 2020 fertiggestellt wird.“

Als Grund für die enorme Verzögerung – statt der veranschlagten drei Jahre rechnet der BLB nun mit fünf Jahren Bauzeit – begründet Rehberg mit dem „anhaltenden enormen Bauboom“ und einer Art Dominoeffekt. Dieser habe dazu geführt, dass wesentliche Ausschreibungen aufgehoben und somit Vergabeverfahren wiederholt werden mussten. Durch die Zeitverzögerungen „wurde der Bauablauf derart verschoben, dass die Fassade nicht mehr vor dem Winter geschlossen werden kann“, so Rehberg. Das wiederum habe weitere Verzögerungen für die späteren Bauschritte bedeutet. So könne nun der Innenausbau und der Einbau der Technik erst im Frühjahr erfolgen.

Schon vor zwei Jahren hatte der BLB mit den Kosten zu kämpfen

Die steigenden Kosten für das Projekt hatten sich schon früh abgezeichnet. Ursprünglich angesetzt waren für den Erweiterungsbau 13,6 Millionen Euro. Bereits beim Richtfest vor zwei Jahren hatte Norbert John, technischer Geschäftsführer der BLB, gesagt, man kämpfe mit den Kosten. Damals hatte er dies mit den gestiegenen Preisen für Rohstoffe und Handwerker-Dienstleistungen begründet, aber keine Summen nennen wollen.

Nun erklärte Sprecherin Rehberg, im Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2019/2020 sei ein Investitionsvolumen von 18,5 Millionen Euro für das Projekt vorgesehen. Allerdings betonte sie zugleich, es könne derzeit noch nicht abschließend eingeschätzt werden, „in welcher Höhe die beschriebenen notwendigen wiederholten Vergabeverfahren zu höheren Kosten führen“. Das heißt im Klartext: Auch die 18,5 Millionen Euro, immerhin bereits über ein Drittel mehr als ursprünglich geplant, werden möglicherweise nicht ausreichen.

Die Filmuni musste jetzt externe Räume anmieten

Für die Filmuniversität und ihre Studenten bedeutet die Verzögerung, dass sie deutlich länger auf die neuen Räume warten müssen. „Es ist schon eng“, gibt Unisprecherin Susanne Kern zu. „Aber wir machen möglich, was geht.“ Gerade neue Studiengänge wie etwa Creative Technologies hätten einen gesteigerten Platzbedarf, erklärt sie. Deshalb habe die Filmuniversität nun übergangsweise zusätzliche Räume extern angemietet, etwa nebenan auf dem Gelände der Studios Babelsberg, um dort Seminare durchzuführen oder auch Projekte der Studenten umsetzen zu können. Zudem, so betont Kern, seien die Computerlabore und andere Arbeitsplätze an sieben Tagen pro Woche und 24 Stunden am Tag zugängig. „Unsere Studenten arbeiten viel an Projekten, so können sie die Räume rund um die Uhr nach Bedarf nutzen“, so Kern.

Die 700 Studenten haben auch keine eigene Mensa

Ebenfalls noch warten müssen die Studenten auf die eigene Mensa, die sich ebenfalls in dem im Bau befindlichen Gebäude befinden soll. Derzeit verfügt die Filmuniversität, an der momentan knapp 700 Studenten in unterschiedlichen Studiengängen rund um das Medium Film wie etwa Drehbuch, Regie oder auch Animation studieren, über keine eigene Mensa. Stattdessen gibt es eine Cafeteria, die laut Internetauftritt ihr Mittagessen aus der Mensa Griebnitzsee bezieht. Zudem gibt es im Foyer der Hochschule Snacks. In der geplanten Mensa soll es nach Fertigstellung 100 Sitzplätze und eine eigene Küche geben, in der das Essen frisch gekocht werden soll.

Die Filmuniversität rechnet damit, dass das neue Gebäude zum Wintersemester 2020/2021 bezogen werden kann. Sie sei dankbar, betonte Susanne Kern, dass der Bauträger BLB die Baubetreuung durch zusätzliche personelle Unterstützung verstärkt habe, um eine Fertigstellung im Jahr 2020 einhalten zu können.

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