Feuer, Corona und Zehntausende Liter Desinfektionsmittel : Die Potsdamer Feuerwehr-Bilanz 2020

Potsdams Feuerwehr hatte im Jahr 2020 viel zu tun. Nicht nur zu mehr Bränden musste sie ausrücken, auch Corona hielt den Rettungsdienst auf Trab.

Sieben neue Löschfahrzeuge für die Freiwilligen Feuerwehren in Potsdam gab es im November.
Sieben neue Löschfahrzeuge für die Freiwilligen Feuerwehren in Potsdam gab es im November.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Folgen der Corona-Pandemie haben im vergangen Jahr auch die Potsdamer Feuerwehr beschäftigt: 611 Einsätze in Zusammenhang mit Corona hat die Potsdamer Feuerwehr im vergangenen Jahr gezählt. Außerdem mussten die Rettungskräfte 1158 Verlegungen zwischen Krankenhäusern bewältigen. Das waren fast 39 Prozent mehr als im Vorjahr. 

"Wegen der angespannten Lage in den medizinischen Einrichtungen mussten im Jahr 2020 deutlich mehr Verlegungsfahrten zwischen den Krankenhäusern abgewickelt werden", hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Jahresbilanz der Potsdamer Feuerwehr. Außerdem seien wegen der erhöhten Anforderungen an die Hygiene rund 430 Liter Händedesinfektionsmittel (353 Prozent mehr als im Vorjahr) und 45.000 Liter Flächendesinfektionsmittel verbraucht worden -  vier Mal so viel wie 2019.

Insgesamt wurden 2020 allerdings etwas weniger Einsätze gezählt als im Vorjahr - nämlich 25.645. Im Vergleich zu 2019 sei das ein leichter Rückgang von 1,56 Prozent. Von den Gesamteinsätzen entfielen 18.051 Einsätze auf die Notfallrettung (5,89 Prozent weniger als im Vorjahr) und 2.346 Einsätze auf den Krankentransport (7,67 Prozent weniger als 2019). 

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„Das Jahr 2020 war anspruchsvoll“, sagte Feuerwehrchef Ralf Krawinkel. „Alle Einsätze haben wegen Corona ein noch höheres Maß an Disziplin und Aufmerksamkeit gefordert. Wir konnten als Berufsfeuerwehr gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren trotz aller Herausforderungen sämtliche Einsatzstellen abarbeiten.“ Größere Einsatzstellen waren beispielsweise der Brand in einer Tiefgarage in Klein Glienicke, der Gebäude-Vollbrand in Babelsberg und die Brandserie einer Industriebrache in der Glasmeisterstraße

Zahl der Brandeinsätze stieg um elf Prozent

Zu Bränden wurde die Feuerwehr in vergangenen Jahr häufiger gerufen. Die Zahl der Brandeinsätze stieg den Angaben zufolge um 11,32 Prozent auf 472 Fälle. Immerhin: Brandtote waren 2020 nicht zu beklagen und auch die Fehlalarme gingen um fast zehn Prozent auf 622 zurück. Bei größeren Waldbränden, wie in den Jahren 2018 und 2019, musste die Potsdamer Feuerwehr im letzten Jahr nicht unterstützen. Auch von schweren Stürmen oder Starkregenereignissen blieb die Stadt 2020 verschont. 

Durchschnittlich 80 mal pro Tag rückte der Rettungsdienst im Jahr 2020 von einem der drei Standorte aus. Dabei schwankten die Einsatzzahlen zwischen 51 Fahrten pro Tag und bis zu 114 täglichen Einsätzen als Spitzenwert. Die Fahrzeuge der Feuerwehr rückten im Schnitt 6,81 mal täglich zu Einsätzen im Stadtgebiet aus. Der höchste Tageswert 2020 lag bei 16 Feuerwehreinsätzen.

„Wir blicken optimistisch in das Jahr 2021 und werden erneut überall dort helfen, wo unsere Hilfe und Expertise auf unterschiedlichste Weise benötigt wird“, so Krawinkel. Zuletzt hatte es allerdings Unmut unter den Einsatzkräften gegeben. Wie berichtet gab es intern Beschwerden, dass die Mitarbeiter in Potsdam nicht regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Außerdem seien von der Sozialbeigeordneten Brigitte Meier (SPD) zwar sieben neue Löschfahrzeuge für die freiwilligen Feuerwehren übergeben worden. Neue Rettungswagen und Notarztfahrzeuge - die alle fünf Jahre erneuert werden - fehlten aber bislang.

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