• Exil für Guggenheim-Lab?: CDU-Chefin: Potsdam ist gute Alternative zu Berlin

Exil für Guggenheim-Lab? : CDU-Chefin: Potsdam ist gute Alternative zu Berlin

Brandenburgs CDU hat eine Pro-Asyl-Initiative gestartet – für das in Berlin stark umstrittenen BMW-Guggenheim-Lab: Statt sich in Berlin immer neuen Anfeindungen und Drohungen vor allem aus der linken Szene auszusetzen, solle das Projekt doch ins Exil gehen – nach Potsdam.

Box des Anstoßes. So soll das Guggenheim-Lab, das der Automobilkonzern BMW sponsert, einmal aussehen.
Box des Anstoßes. So soll das Guggenheim-Lab, das der Automobilkonzern BMW sponsert, einmal aussehen.Foto: promo

Potsdam -  Das hat am Donnerstag die Chefin der Landes-CDU, die Potsdamerin Saskia Ludwig, vorgeschlagen. Es sei ein „trauriges Zeichen“, dass das Projekt, das ursprünglich in Berlin-Kreuzberg geplant war, über einen neuen Standort nachdenken müsse, sagte Ludwig den PNN. Zwei Monate solle das schicke mobile Labor für Kunst, Architektur und Stadtentwicklung Station machen im Szenekiez Kreuzberg. Experten wollten mit den Menschen vor Ort Fragen zur urbanen Zukunft erörtern und Probleme wie Gentrifizierung diskutieren. Menschen aus ganz Deutschland und der Welt könnten dann in Potsdam Ideen für die Entwicklung der Hauptstadtregion einbringen.

Das Projekt – eine Art Ideenschmiede – sollte im Berliner Wrangelkiez entstehen. Der Standort war von den Veranstaltern jedoch wegen Protesten von Anwohnern und befürchteter Gewaltakte aufgegeben worden. Angeblich soll es nun auf den Pfefferberg in Prenzlauer Berg ziehen. Eine Entscheidung wird Anfang April erwartet. Allerdings hatten die Gegner des Projektes angekündigt, das vom Autokonzern BMW gesponserte Lab berlinweit zu bekämpfen – etwa mit Farbbeutelattacken.

Den PNN sagte Ludwig: „Potsdam steht für Toleranz.“ Wenn ein so wichtiges Projekt in Berlin nicht gewollt werde, sei Potsdam doch naheliegend. Ein solches Projekt sei auch eine Chance und Werbung für die Landeshauptstadt. Geeignete Standorte gebe es viele in der Landeshauptstadt. Neben Arealen wie dem Lustgarten, so Ludwig erkennbar ironisch, böte sich auch das Gelände des alternativen Jugendkultur-Zentrums „Freiland“ in der Friedrich-Engels-Straße an.

Eine Sprecherin des BMW-Guggenheim-Lab wollte die Offerte der brandenburgischen CDU-Chefin zunächst nicht kommentieren. PNN

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