• Potsdam: Comenius-Förderschule wird saniert

Europaweiter Wettbewerb : Architekten für Schulprojekte in Potsdam gesucht

Potsdam rückt zwei wichtige neue Schulprojekte in den Fokus. So soll die Comenius-Förderschule erweitert werden. Und für die erste Schule in Krampnitz werden Architekten gesucht.

Planer und Architekten für Schulprojekte in Potsdasm gesucht.
Planer und Architekten für Schulprojekte in Potsdasm gesucht.Foto: Peter Steffen/dpa

Potsdam - Die Stadt Potsdam treibt zwei wichtige Schulprojekte voran. Mit europaweiten Ausschreibungen werden nun Planer und Architekten für die Erweiterung der Comenius-Förderschule auf dem Brauhausberg und für die erste Grundschule im geplanten Stadtviertel Krampnitz gesucht. Das geht aus dem Amtsblatt der Europäischen Union hervor.

Schon im April 2016 hatten die Stadtverordneten auf Antrag von SPD und CDU/ANW die grundsätzliche Erweiterung der Comenius-Schule am Brauhausberg beschlossen – nun wird es konkret. Demnach sucht der Kommunale Immobilienservice (Kis) für die Stadt mehrere Planer für die Errichtung eines Erweiterungsneubaus und die Brandschutzsanierung des vierstöckigen Bestandsgebäudes, in dem laut dem Bildungsserver Brandenburg im vergangenen Schuljahr mehr als 120 Schüler unterrichtet wurden, viele davon mit geistigen Benachteiligungen.

Baubeginn im April 2020

Als Grundlage für die Planungen soll eine bereits fertige Machbarkeitsstudie dienen, wonach das Projekt in mehrere Bauabschnitte geteilt werden soll – es geht los mit dem Neubau. Baubeginn soll demnach Anfang April 2020 sein, laut dem aktuellen Kis-Investitionsplan werden als Baukosten maximal 5,2 Millionen Euro veranschlagt. Der dreigeschossige Ergänzungsneubau soll demnach ebenfalls am Hang errichtet werden und eine Verbindung zum Bestandsbau erhalten. Bis Mitte 2021 hofft der Kis das Projekt zu vollenden, heißt es in der Ausschreibung.

Schon in den Jahren 2004 und 2005 war die Comenius-Schule aus den 1950er Jahren komplett saniert und behindertengerecht umgebaut worden. Allerdings gebe es noch Nachholbedarf, etwa in der Holzdachkonstruktion, bei den Rettungswegen oder bei der Brandmeldeanlage.

Schon zwischen Weihnachten und Silvester hatte der Kis vor Journalisten die vielen Schulbauprojekte für die kommenden Jahre vorgestellt – die Comenius-Schule war dabei als eine der kleineren Maßnahmen nicht mit benannt worden. Insgesamt investieren Kis und Stadt allein in diesem Jahr knapp 54 Millionen Euro in Schulen und Sportstätten in Potsdam, auch in den nächsten Jahren sind weitere zweistellige Millionenprojekte geplant.

20 Teilnehmer sind in der Vorauswahl

Zu den kommenden Schulprojekten gehört auch die neue dreizügige Grundschule im geplanten Stadtviertel Krampnitz – sie soll in zwei denkmalgeschützte Bestandsbauten integriert werden, die miteinander verbunden werden sollen. Ebenso sollen eine Kita, ein Hort und eine Sporthalle ihren Platz finden. Für die beste Lösung hat der kommunale Entwicklungsträger nun einen europaweiten Architekturwettbewerb ausgelobt, 20 Teilnehmer sind in der Vorauswahl. Sie kommen unter anderem aus Potsdam und Berlin, aber auch aus Österreich und Dänemark. Der erstplatzierte Entwurf erhält 50.000 Euro, insgesamt sollen 125.000 Euro Preisgeld ausgeschüttet werden. In der Jury sitzen Architekten aus ganz Deutschland, unter anderem Uli Hellweg, der auch schon am Vergabeverfahren zu den neuen Karrees am Alten Markt beteiligt war. Gefragt seien auch pädagogische Konzepte und nicht nur die Höhe der Investitionskosten, heißt es in der Ausschreibung zu den Wettbewerbskriterien. Der Gewinner soll am 9. Mai feststehen.

Für den Bau der Schule hofft das Rathaus auf Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“, eine Bewerbung hatten die Stadtverordneten schon abgesegnet. Die Fördermittel wären nötig: Es wird laut der Ausschreibung von Gesamtkosten in Höhe von knapp 22 Millionen Euro ausgegangen. Fertig soll das Projekt Mitte 2022 sein.