Potsdam : Europa zu Besuch

Am Helmholtz-Gymnasium machte gestern das „Europamobil“ mit 20 Studenten aus sieben europäischen Ländern Station

Weggehen oder nicht? Philipp Karich und Roman Iwer (v.l.).
Weggehen oder nicht? Philipp Karich und Roman Iwer (v.l.).Foto: Manfred Thomas

Europa ist Philipp Karich zu nah. Der 14-jährige Potsdamer träumt stattdessen von einem Schulaustauschjahr in den USA. „Die europäischen Länder kann ich mir auch im Urlaub angucken“, meint er und lacht. Für Philipp und die übrigen rund 90 Neuntklässler des Helmholtz- Gymnasiums stand gestern Vormittag „Europa“ auf dem Stundenplan: Das „Europamobil“ mit 20 Studenten aus sieben europäischen Ländern war in der Kurfürstenstraße zu Gast.

„Wir wollen den Schülern zeigen, dass Europa längst zu ihrem Alltag gehört“, erklärte Jules Cremaschi, der in Paris Fremdsprachen und Wirtschaft studiert. Dafür hatten sich die Studenten unter anderem ein Quiz zu europäischen „Stars“ wie Mozart, Picasso oder dem Eiffel- Turm ausgedacht, erklärt der 18-jährige Franzose. Das Projekt von der Stiftung Genshagen tourt jetzt durch elf Brandenburger Schulen. „Es ist wichtig, dass die Schüler wissen, welche Möglichkeiten ihnen Europa bietet“, sagt Cremaschi, der selbst während seiner Schulzeit ein Austauschjahr in Lübeck absolvierte.

Bei den Potsdamer Schülern kam der Besuch gut an. „Die Studenten waren jung, nett und aufgeschlossen“, sagte Philipp Karich. Sein Klassenkamerad Constantin Suppé freute sich über konkrete Tipps für ein Austauschjahr. Und auch Neuntklässler Roman Iwer war zufrieden, selbst wenn er kein Austauschjahr plant: „Ich bin eher so der Heimattyp“, erklärte er: „Ich habe aber gelernt, warum es in Dänemark keinen Euro gibt.“

Der Lernprozess war jedoch nicht nur einseitig. Zum Abschied konnte Schulleiter Dieter Rauchfuß den Studenten einen englischsprachigen Stadtführer mit auf den Weg geben – eine Broschüre, die Helmholtz-Schüler entwickelt haben. Nicht umsonst nennt sich das Gymnasium „Europaschule“: „Wir wollen, dass sich jeder Schüler mindestens einmal mit diesem Thema auseinandersetzt“, sagt Dieter Rauchfuß. Zwischen 20 und 25 Prozent der Helmholtz-Gymnasiasten gingen derzeit für ein Jahr oder zumindest einige Monate an eine der vier Partnerschulen. Wie sich das unter den Bedingungen des Zwölf-Jahres-Abiturs verändern wird, sei allerdings noch abzuwarten. Das nächste Europaprojekt steht bereits Mitte Oktober an: Dann werden drei Helmholtz-Schüler zum Europawettbewerb auf Schloss Klingenthal bei Straßburg im Elsass fahren. JaHa