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Erst 2024 fertig : Wohnungsbau in Krampnitz verzögert sich

Erneute Verzögerung in Krampnitz: Vor 2024 werden dort keine Menschen Wohnungen beziehen. Immerhin können sie dann ihre Kinder vor Ort zur Schule schicken.

Krampnitz von oben.
Krampnitz von oben.Foto: Lutz Hannemann

Potsdam - Der Bezug des neuen Stadtteils Krampnitz verzögert sich um rund zwei Jahre. Die ersten 300 Wohnungen in den sanierten Kasernengebäuden sollen erst 2024 fertiggestellt werden – und nicht wie bisher beabsichtigt im Jahr 2022. Darauf habe sich die Stadt mit der Deutschen Wohnen verständigt, sagte Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos) am Donnerstag bei der Vorstellung des ersten Statusberichts zur Stadtentwicklung in dem Areal. 2024 soll dann auch die erste Grundschule samt Hort und Kita eröffnen, hieß es. „Ohne Schule können wird den Bezug des Stadtteils nicht starten.“

Hintergrund der Verschiebung sind die bisher ungeklärten Fragen bei der Verkehrserschließung. Wie berichtet hatte die Stadt im Frühjahr bekannt gegeben, dass die geplante Tram in den Stadtteil wahrscheinlich erst im Jahr 2029 fahren kann und nicht wie ursprünglich angenommen 2025.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte daraufhin verkündet, dass die Einwohnerzahl in dem neuen Stadtteil ohne Tram 5000 Einwohner nicht übersteigen soll. Solange soll der öffentliche Nahverkehr dort mit Bussen abgewickelt werden. Auch die Busanbindung soll nun im Jahr 2024 starten.

Außerdem schlägt die Verwaltung vor, die politische Diskussion der Stadtverordneten über das Projekt künftig in einem speziellen Ausschuss zu bündeln. Der Statusbericht wird den Stadtverordneten in der nächsten Sitzung am 29. Januar vorgelegt werden. Er beleuchtet insgesamt sechs Teilbereiche, darunter die Verkehrserschließung, den Wohnungsbau, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die soziale und kulturelle Infrastruktur, die Versorgung und Erschließung, die Bauleitplanung und die Beteiligung der Öffentlichkeit. „Wir wollen Transparenz schaffen und unterschiedliche Informationsstände vermeiden“, sagte Rubelt. Dabei wird ein Überblick über abgeschlossene, laufende und in Vorbereitung begriffene Maßnahmen gegeben.

Fertig ist allerdings noch nichts. Insgesamt 40 Einzelmaßnahmen werden im Statusbericht aufgerührt. Davon sind wird derzeit an 20 gearbeitet, sechs weitere werden vorbereitet. Der Rest steht noch gänzlich aus. Zur dritten Kategorie zählen auch solche Fragen wie der Bau einer weiterführenden Schule, eines Bürgerzentrums und von Sportanlagen.

Arbeit an Grundschule beginnt 2020

Dennoch tut sich auf dem Areal in diesem Jahr einiges: So beginnt die Altlastensanierung im Bereich der Kasernengebäude. Die Erschließung des Grundschulstandorts am geplanten zentralen Park hat begonnen. Der Bauantrag soll im Sommer gestellt werden. Im Frühjahr nächsten Jahres soll der Hochbau beginnen. Unter Einbeziehung von zwei denkmalgeschützten Altbauten soll eine dreizügige Grundschule für 450 Kinder mit Hort und Sporthalle sowie eine Kita für 140 Kinder entstehen. Insgesamt 26,4 Millionen Euro sollen dort investiert werden.

In diesem Jahr soll auch ein Vermarktungskonzept für weitere Wohnungsbauflächen entwickelt werden. Bisher gehören die Flächen außerhalb des Areals der Deutschen Wohnen dem städtischen Entwicklungsträger. Das sogenannte Torhaus an der Ketziner Straße soll in Kürze als Gewerbefläche vermarktet werden. Auch am künftigen Stadtplatz am Osteingang des Viertels soll die erste Fläche im zweiten Quartal 2020 vermarktet werden. Dort wird ein Investor für Einzelhandel gesucht. „Da gibt es großes Interesse“, sagte Rubelt.

Konkreter ist nun auch der Zeitplan für die Verkehrsanbindung. Von 2024 bis 2029 soll es demnach einen sogenannten Busvorlaufbetrieb geben – bis die Straßenbahn fertig ist. Im Zehn-Minuten-Takt sollen die Busse aus Krampnitz zum Campus Jungfernsee fahren. Dort soll in die Tram umgestiegen werden.  Das Konzept soll bis Ende März aktualisiert werden.

Tram bis Fahrland im Jahr 2033

Viel Arbeit steht noch bei der Planung und dem Bau der 150 Millionen Euro teuren Straßenbahnstrecke an. Zwar ist die Vorplanung abgeschlossen, aber der nun müssen die benötigten Grundstücke erworben werden. Derzeit laufen nach Stadtangaben dazu erste Gespräche mit Eigentümern. In diesem und im nächsten Jahr soll die Entwurfsplanung erstellt und Gutachten eingeholt werden. 2022 soll dann das Planfeststellungsverfahren beginnen. Läuft alles glatt, beginnt 2025 der Bau der Strecke vom Campus Jungfernsee bis Krampnitz, 2031 bis 2033 soll die Strecke bis Fahrland verlängert werden.

Außerdem bereitet das Rathaus derzeit die Ingenieursplanung für eine Fahrradbrücke über den Sacrow-Paretzer-Kanal zwischen Weißem See und Fahrländer See vor. Die ist Voraussetzung Fördermittel für das Projekt zu beantragen. Die Brücke soll Teil eines Radschnellwegs sein, der von Krampnitz aus am Ufer des Fahrländer Sees, durch Nedlitz und entlang der Straße am Golfplatz verlaufen soll. Der Bau soll 2024 beginnen.

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