• Erneut rechtsextremer Fackelzug Polizei ermittelt gegen vier verdächtige Männer

Potsdam : Erneut rechtsextremer Fackelzug Polizei ermittelt gegen vier verdächtige Männer

Waldstadt II - In der Waldstadt II haben Rechtsextreme erneut einen Fackelzug veranstaltet. Der Aufmarsch fand bereits am vergangenen Freitagabend statt, meldete die Polizei am Montag. Es werde wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Anwohner hätten die Polizei gegen 21.30 Uhr in die Straße am Moosfenn gerufen, weil rund 20 Personen mit weißen Masken vor ihren Gesichtern und Fackeln in den Händen durch das Viertel gezogen seien.

Bereits vor drei Monaten hatten sich Potsdamer Rechtsextreme am 9. November 2011, dem Gedenktag der Reichspogromnacht 1938, zu einem Fackelzug durch die Waldstadt formiert – ebenfalls mit weißen Masken, wie es seit Monaten in der sogenannten „Volkstod“-Kampagne deutscher Neonazis propagiert wird. Damals wie heute brüsteten sich die Potsdamer Rechtsextremen auf einer Internetseite mit ihrem Aufmarsch – allerdings hatte das gewählte Datum dieses Mal offenbar keinen besonderen Bezug zur Geschichte der Hitler-Diktatur.

Anders als noch im November traf die Polizei bei der Aktion am Freitag auch mutmaßliche Teilnehmer vor Ort an. Die Personalien von vier Männern zwischen 21 und 29 Jahren seien aufgenommen worden – gegen sie werde nun ermittelt, hieß es von der Polizei. Allerdings hätten die Männer keine Masken oder Fackeln bei sich gehabt. Dafür sei bei einem 29-Jährigen ein verbotener Totschläger gefunden worden. Auch deswegen werde nun ermittelt, erklärte die Polizei. Drei der Männer seien bereits polizeibekannt.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) verurteilte den Fackelzug. Solche Aktionen träfen das „demokratische Herz der ganzen Stadt“, teilte Jakobs am Montagnachmittag mit. Gemeinsam werde man verhindern, dass „demokratiefeindliche Bestrebungen in Potsdam auf fruchtbaren Boden fallen“. Jakobs verwies auf die Aktionsgruppe „Waldstadt“, in der Waldstädter Initiativen und das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ gemeinsam die Bewohner des Viertels in ihrer Ablehnung gegen „menschenverachtende Ideologien“ unterstützten. HK