• Erinnerungskultur in Potsdam: Neuer Beirat für das Gedenken

Erinnerungskultur in Potsdam : Neuer Beirat für das Gedenken

In Potsdam sollen Orte des antifaschistischen Widerstands stärker in das Bewusstsein gerückt werden. Zugleich wird ein neuer Beirat für Erinnerungskultur gegründet.

Der Willi-Frohwein-Platz ist ein Erinnerungsort an den NS-Widerstand in Potsdam
Der Willi-Frohwein-Platz ist ein Erinnerungsort an den NS-Widerstand in PotsdamFoto: Ottmar Winter

Potsdam - Für eine lebendigere Potsdamer Erinnerungskultur soll ein neuer Beirat berufen werden. Das kündigte Kulturamtsleiterin Birgit-Katharine Seemann am Donnerstagabend bei einer Digitalsitzung des Kulturausschusses der Stadtverordneten an. Anlass war ein Antrag der CDU-Fraktion, die bereits bestehenden Handlungsvorschläge des Rathauses zur städtischen Erinnerungskultur weiterzuentwickeln.

Dass es dazu Bedarf gibt, ist bekannt – immer wieder gab es in der Vergangenheit auch Auseinandersetzungen zum angemessenen Umgang mit bestimmten Gedenktagen. Der sachkundige Einwohner Frank Reich (SPD) beklagte ferner Fehlstellen der Erinnerung. So sei in Potsdam nur wenig über die Verfolgung der Sinti und Roma zur Zeit des Nationalsozialismus bekannt. 

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Die AfD erklärte in einem eigenen Antrag, es müssten auch neue Erinnerungs- und Gedenkorte geschaffen werden – etwa für den Hitler-Attentatsversuch vom 20. Juli 1944. Seemann sagte, nach der Sommerpause solle über die genaue Aufgabenstellung und Besetzung des Beirats beraten werden, etwa ob auch Wissenschaftler zur Mitarbeit eingeladen werden.

Route eines Todesmarschs ausschildern

Dazu beschloss der Ausschuss bereits auf Antrag der rot-grün-roten Rathauskooperation und der Fraktion Die Andere, dass man die Sichtbarkeit des antifaschistischen Gedenkens in Potsdam verbessern wolle – zum Beispiel mit einem digitalen Stadtplan zum NS-Widerstand. Ferner soll eine wissenschaftliche Untersuchung zu jenem Todesmarsch erfolgen, der im Februar 1945 aus dem Konzentrationslager Lieberose über das Potsdamer Stadtgebiet geführt hat. Dabei solle geprüft werden, wie die Route in geeigneter Weise ausgeschildert und sichtbar gemacht werden könnte, erklärten die Antragsteller.


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