• Erinnerung an Demonstration: Schuhabdrücke für das Demokratiedenkmal auf dem Luisenplatz

Erinnerung an Demonstration : Schuhabdrücke für das Demokratiedenkmal auf dem Luisenplatz

Für das Demokratiedenkmal auf dem Luisenplatz wurden heute die ersten Schuhabdrücke genommen. Ausstellung im Sans Titre eröffnet

Fußabdrücke für das "Denkmal für die Potsdamer Demokratiebewegung, 4.11.1989".
Fußabdrücke für das "Denkmal für die Potsdamer Demokratiebewegung, 4.11.1989".Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Am 4. November soll das Demokratiedenkmal auf dem Potsdamer Luisenplatz eingeweiht werden. Am Samstag wurden dafür die ersten Schuhabdrücke genommen. Sie sollen künftig auf dem Denkmal im Boden des Luisenplatzes zu sehen sein. Die Kommunalpolitikerin Saskia Hüneke (Grüne) war die erste, die am Samstag im Potsdamer Kunsthaus Sans Titre ihre Schuhabdrücke in eine Unterlage aus teigartigem Pappmaché drückte. 

Saskia Hüneke war die erste, die am Samstag im Potsdamer Kunsthaus Sans Titre ihre Schuhabdrücke hinterlassen hatte.
Saskia Hüneke war die erste, die am Samstag im Potsdamer Kunsthaus Sans Titre ihre Schuhabdrücke hinterlassen hatte.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Sie folgte damit einem Aufruf des Potsdamer Künstlers Mikos Meininger, der in dem von ihm entworfenen Denkmal Schuhabdrücke von Menschen verewigen möchte, die an der großen Demonstration vom 4. November 1989 auf dem damaligen Platz der Nationen, dem heutigen Luisenplatz, teilgenommen hatten.

Mikos Meiniger
Mikos MeinigerFoto: Sebastian Gabsch

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Ausstellung mit Clou

Unter denen, die am Samstag einen oder beide Schuhabdrücke auf diese Weise zurückließen, war auch der regional bekannte Kleinmachnower Fotograf Bernd Blumrich, dessen zahlreiche Aufnahmen aus der Zeit der Friedlichen Revolution von 1989/90 im Raum Potsdam heute wichtige Zeitzeugnisse sind. Einige seiner Fotos kann man jetzt in einer Ausstellung betrachten, die heute ebenfalls im Sans Titre eröffnet wurde. Zu sehen sind Fotos, vor allem aus der Zeit des politischen Umbruchs 1989/90. Außer Blumrichs Bildern sind auch Aufnahmen der Fotografen Klaus D. Fahlbusch, Joachim Liebe und Michael Lüder ausgestellt. Die Installation der Fotos von Blumrich in der neuen Schau bietet einen besonderen Clou: Über einen QR-Code, der neben den Bildern angebracht ist, kommt man mit dem eigenen Smartphone zu historischen Tonaufnahmen von Reden, die auf der Demonstration am 4. November 1989 in Potsdam gehalten wurden.

Bernd Blumrich.
Bernd Blumrich.Foto: Sebastian Gabsch

Erinnerungsstücke gesucht

Die jetzt eröffnete Ausstellung versteht sich zugleich als Werkstattprojekt. Werner Ruhnke, Vorsitzender des Vereins Sans Titre, ruft dazu auf, Erinnerungsstücke mit Bezug auf den politischen Umbruch 1989/90 in Potsdam für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Auch wenn die Schau, die noch bis zum 12. Juli zu sehen ist, nun bereits begonnen hat, werde man gern geeignete Gegenstände oder Geschichten noch in die Schau integrieren, sagte Ruhnke heute bei der Vernissage. 

inen geschichtsträchtigen Gegenstand hat Ruhnke für seine Ausstellung bereits in Aussicht: „Uns ist ein Transparent angekündigt worden.“ Das werde man in der Ausstellung aufhängen.


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