• Entscheidung für Freizeitbad verzögert sich Jakobs will Bad-Pläne erst im Oktober vorlegen

Potsdam : Entscheidung für Freizeitbad verzögert sich Jakobs will Bad-Pläne erst im Oktober vorlegen

Der Neubau eines Freizeitbades in Potsdam verzögert sich weiter. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hat am Freitag die Stadtverordneten informiert, dass es vor Oktober keine Entscheidung über den Standort eines neuen Schwimmbades geben wird. Ursprünglich sollte bereits in dieser Woche ein Vergleich von drei Varianten vorgelegt werden. Dazu zählen Sanierung und Ausbau der bestehenden Schwimmhalle am Brauhausberg für etwa zehn Millionen Euro, der mögliche Neubau eines Bades in der Heinrich-Mann-Allee und der Neubau an der Biosphäre im Volkspark. Diese Varianten könnten jeweils bis zu 24 Millionen Euro kosten, die durch den Verkauf der Grundstücke am Brauhausberg teilweise refinanziert werden sollen. Zudem sollte ein Badneubau nach Plänen Oscar Niemeyers am Volkspark als vierte Möglichkeit dargestellt werden. Grund der Verzögerung ist nach PNN-Informationen der Tod des Architekten Moritz Kock, der bislang die Planungen für einen Badneubau in Potsdam durchgeführt hatte. Kock war zuletzt bei Oscar Niemeyer in Brasilien, um die bisherigen Badpläne an einen neuen Standort anpassen zu dürfen. Auf dem Rückflug kam der bekannte Potsdamer Architekt bei einem Flugzeugabsturz über dem Atlantik ums Leben.

Hans Jürgen Scharfenberg (Linke) kritisierte gestern das Vorgehen der Stadt. Die Ursache dafür sieht er darin, die Diskussion um einen Abriss der Schwimmhalle und einen von Jakobs favorisierten Neubau aus dem Landtagswahlkampf herauszuhalten. Denn während Jakobs sich bislang mit Bewertungen zu einer Variante zurückgehalten hatte, war Potsdams Stadtwerkechef Peter Paffhausen bei der Präsentation der möglichen Variante eine Zuneigung zu einem Bad nach Plänen von Niemeyer im Bornstedter Feld anzumerken. Hintergrund der ganzen Diskussion um einen Badneubau ist die Situation der Schwimmhalle am Brauhausberg. Das Bad hat nur bis März 2012 eine Betriebserlaubnis, bevor sie vermutlich endgültig geschlossen wird. Potsdams SPD-Chef Mike Schubert forderte gestern, dass die Verwaltung im Oktober einen Variantenvergleich vorlegt und keine Vorentscheidung für einen Standort. Jedoch hält er jetzt Sorgfalt für wichtiger als Schnelligkeit. Anders hingegen der Potsdamer CDU-Landtagskandidat Steeven Bretz. Er erklärte gestern, „die Stadtverwaltung muss endlich sagen, was sie will und beabsichtigt“. Die Potsdamer hätten das Recht zu erfahren, welche Position die jeweiligen Kandidaten nach der Landtagswahl einnehmen werden. jab