• Entscheidung am Mittwoch: Letzte Hoffnung für das Potsdamer Extavium

Entscheidung am Mittwoch : Letzte Hoffnung für das Potsdamer Extavium

Die Entscheidung über die Schließung des wissenschaftlichen Mitmachmuseums ist noch nicht gefallen. Nun kommt es auch auf Einzelmeinungen an. 

Die Zukunft des Mitmachmuseums Extavium ist unsicher.
Die Zukunft des Mitmachmuseums Extavium ist unsicher.Foto: Jana Haase

Potsdam - Nach der Verschiebung der Entscheidung über die Zukunft des Mitmachmuseums Extavium setzen die Betreiber ihre Hoffnung in die Mitglieder des Potsdamer Hauptausschusses. Diese sollen am kommenden Mittwoch endgültig über die Finanzierung des Hauses abstimmen. Erst dann werde man entscheiden, ob das Extavium schließen muss oder nicht, sagte die wissenschaftliche Leiterin des Hauses, Anna Leetz, den PNN. „Bis dahin kommen wir finanziell noch über die Runden. Angesichts der Witterung haben wir momentan sehr gute Besucherzahlen.“ 

Vor der Sitzung der Stadtverordneten vergangene Woche hatte es eigentlich geheißen, wenn es ein negatives Votum zum Extavium gebe oder die Entscheidung vertagt werde, müsse das Haus dichtmachen. Tatsächlich hatte nach langwierigen Debatten zu anderen Themen die Zeit nicht mehr für eine Abstimmung gereicht. Durch einen Winkelzug konnte aber verhindert werden, dass erst in der Märzsitzung der Stadtverordnetenversammlung über das Wissenschaftsmuseum entschieden wird – indem das Thema zur „abschließenden Entscheidung“ in den Hauptausschuss überwiesen wurde. 

Seit Januar gibt es keine städtischen Gelder mehr

Dass es nicht zur Abstimmung gekommen sei, habe vielleicht auch etwas Positives, so Leetz, die die komplette Sitzung verfolgt hatte. Im Gespräch mit einigen Stadtverordneten sei herausgekommen, dass es noch viele offene Fragen gebe, die die Betreiber des Extaviums beantworten könnten. So sei etwa der Vorwurf aufgekommen, das Extavium habe die Vorschläge aus dem sogenannten Begleitkreis nicht umgesetzt, der 2017 eingesetzt wurde und mit dessen Hilfe eine Lösung für die Finanzierung des Extaviums gefunden werden sollte. „Ergebnis des Begleitkreises war, dass wir uns nicht alleine tragen können“, so Leetz. Daraufhin sei der Antrag auf Förderung von 200.000 Euro gestellt worden, der ja auch positiv beschieden wurde. 

Allerdings wurde das Geld nur für 2019 ausbezahlt – seit Januar fließen keine städtischen Gelder mehr in das Museum. „Jetzt haben wie wieder die gleiche Situation, die wir eigentlich vermeiden wollten“, so Leetz. Ihrer Aussage zufolge wurden vor 2019 im Extavium zahlreiche Mitarbeiter nur nach Mindestlohn bezahlt – zum Teil handelte es sich um promovierte Physiker oder andere Naturwissenschaftler mit Universitätsabschluss. Teilweise wurde Arbeit sogar ehrenamtlich und ohne Bezahlung geleistet.

Runder Tisch zum Klimwandel

Unterdessen haben Leetz und die anderen Extavium-Führungskräfte einen neuen Vorschlag gemacht – für den Fall, dass das Votum positiv ausfällt. Koordiniert vom neu berufenen Klimarat könnte sich das Extavium an einem Runden Tisch mit Wissenschaftlern beteiligen, an dem über die Vermittlung von Fakten zum Klimawandel beraten werde. 

Weder die Schulen noch die wissenschaftlichen Einrichtungen hätten schließlich die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse verständlich und umfänglich zu vermitteln, „allen voran den etwa 20.000 Kindern und Jugendlichen in Potsdam, die bereits das Alter und damit das Verständnis haben und aufbringen, sich solcher Themen anzunehmen.“

Das Ergebnis hängt von Einzelpersonen ab

Derzeit untersuchen laut Leetz Wirtschaftsprüfer der Stadt, ob tatsächlich der angegebene Finanzierungsbedarf besteht. Doch sie kündigte bereits an: „Man wird bei uns keine Lücke von 200.000 Euro finden, da wir den Mangel immer durch Überstunden oder ehrenamtliche Arbeit ausgeglichen haben.“ 

Zur Abstimmung am kommenden Mittwoch im Hauptausschuss wollte Leetz keine Prognose abgeben. Sie wisse, dass es außer bei den Linken in allen Fraktionen geteilte Meinungen zum Extavium gebe. Bei nur 15 Ausschussmitgliedern hänge das Ergebnis stark von den einzelnen Personen ab.