• Einfach Potsdam: Abwarten und Glögi trinken

Einfach Potsdam : Abwarten und Glögi trinken

Raus in die Herbstsonne: Egal ob beim Flanieren, "Postkolonialen Spaziergängen" oder bei Bierkastenrennen. Erik Wenk gibt Tipps für das Wochenende.

Nicht mehr viel Wasser, aber die Gegend rund um die "Düsteren Teiche" im Katharinenholz ist einen Ausflug wert.
Nicht mehr viel Wasser, aber die Gegend rund um die "Düsteren Teiche" im Katharinenholz ist einen Ausflug wert.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Es ist wieder soweit: Wie im Frühjahr entdecken viele Potsdamer gezwungenermaßen das Spazierengehen für sich. In Ermangelung anderer, infektionsarmer Freizeitbeschäftigungen werden auch an diesem Wochenende bei voraussichtlich schönem Herbstwetter diverse Haushalte durch Welterbe und Co. flanieren. Abseits der ausgetreten Pfade lohnt sich ein Abstecher an etwas weniger frequentierte Orte, etwa der Uferweg auf Hermannswerder, der Wissenschaftspark auf dem Telegraphenberg oder die Düsteren Teiche im Katharinenholz.

Im Park Babelsberg wird am Samstag nicht spaziert, sondern gerannt: Anwohner haben das „Bierkastenrennen 2020“ ins Leben gerufen. Ein hygienisches Spaßevent unter freiem Himmel, bei dem es um eine der „härtesten Disziplinen der Welt“ geht: „Saufen und Laufen“. In Zweier- und Dreier-Teams startet die Tour am Parkeingang vor dem Strandbad Babelsberg „und endet da, wo Herz und Nieren versagen“, so die Ankündigung. Start ist um 13 Uhr, die Teilnahmegebühr wird der Geflüchteten-Hilfsorganisation „Stand By Me Lesvos“ gespendet.

Ein weiterer Spaziergang der etwas anderen Art findet am Samstag statt: Um 16 Uhr gibt es im Rahmen der Kritischen Einführungswochen an der Universität Potsdam einen „Postkolonialen Rundgang“ durch den Park Sanssouci – und zwar online. Es werden auch Statuen besichtigt, die an Preußens koloniale Vergangenheit erinnern. „Wir möchten diese Vergangenheit kontextualisieren und unsichtbare Teile der Geschichte sichtbar machen“, heißt es in der Ankündigung auf https://kritisch.stud.astaup.de.

Wer abends durch die menschenleere Innenstadt läuft und den geöffneten Kneipen nachtrauert, kann zumindest auf eines bauen: Den „Lockdown-Glögi“ vom finnischen Glühweinladen in der Lindenstraße, der sich auf Außer-Haus-Verkauf verlegt hat. Bis 22 Uhr können alle heimatlosen Nachtschwärmer mit einem heißen Becher Glühwein auf das baldige Ende der Pandemie anstoßen – und dabei einen Hauch von Weihnachtsmarkt-Heimeligkeit genießen.

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