• Ein Netzwerk gegen Rassismus Büro der Städtekoalition nach Potsdam umgezogen

Potsdam : Ein Netzwerk gegen Rassismus Büro der Städtekoalition nach Potsdam umgezogen

Auftakt. Valeria Bruschi (l.) mit der Leiterin der Potsdamer Sicherheitskonferenz Ursula Löbel und Oberbürgermeister Jann Jakobs.
Auftakt. Valeria Bruschi (l.) mit der Leiterin der Potsdamer Sicherheitskonferenz Ursula Löbel und Oberbürgermeister Jann Jakobs.Foto: A. Klaer

Vom Potsdamer Stadthaus wird ab sofort die Arbeit eines europaweiten Netzwerks koordiniert: Valeria Bruschi besetzt hier seit Anfang des Monats die Geschäftsstelle der Städtekoalition gegen Rassismus. Dem Netzwerk gehören 108 Städte in 22 europäischen Ländern an. Potsdam ist seit dem Jahr 2007 dabei.

Aufgabe von Valeria Bruschi wird es nun sein, das Informationsmaterial und die regelmäßigen Berichte der Mitgliedsstädte zu bearbeiten und zu übersetzen. Dafür hat sie Rathaus nun eine halbe Stelle im Büro der Sicherheitskonferenz. Die Kosten teilen sich die Städtekoalition und die Stadt Potsdam. Bruschi will bei ihrer Arbeit vor allem ihr Kommunikationstalent einbringen. Die 37-jährige Italienerin spricht neben ihrer Muttersprache noch Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Griechisch. Außerdem hat sie in ihrem Philosophiestudium in Berlin und Athen zu den Themen Flucht, Migration und Antirassismus geforscht.

Die Geschäftstelle war bisher in Nürnberg beheimatet, wo die Städtekoalition im Jahr 2004 gegründet wurde. Initiator war der dortige Leiter des Menschenrechtsbüros, Hans Hesselmann. Nach dessen Pensionierung wurde für die Geschäftstelle ein neuer Platz gesucht. Die Geschäftstelle mit dem europaweit rotierenden Vorsitz mitziehen zu lassen, wurde jedoch aus praktischen Gründen verworfen. „Die Koalition wurde nach deutschem Vereinsrecht gegründet. Eine Verlegung in ein anderes Land wäre rechtlich sehr aufwendig geworden“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Wie lange die Geschäftstelle in Potsdam bleibt, sei unbestimmt. Jakobs rechnet mit mehreren Jahren.

Rassismus sei ein europaweites Phänomen. so Jakobs. Die Städtekoalition diene dazu, die Probleme anderer Städte kennenzulernen und Lösungsansätze zu vermitteln. Dazu wurde bei der Gründung ein Zehn-Punkte-Aktionsplan aufgestellt. Dazu gehört unter anderem die Unterstützung von Opfern von Rassismus und Diskriminierung, die Förderung von Chancengleichheit oder geeignete Maßnahmen in Bildung und Erziehung. Die Städte berichten jährlich über ihre Fortschritte an das Netzwerk. Jakobs sieht Potsdam dabei auf einem guten Weg, nannte Beispiele wie das Toleranzedikt, Toleranzfest und das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“. Diese Erfahrungen könne die Stadt weitergeben. An der Bekanntheit der Städtekoalition müsse noch gearbeitet werden, so Jakobs. Auf einem Treffen des Städtetags habe er erfahren, dass Bürgermeisterkollegen zur Koordination der Arbeit gegen Rassismus gern ein Netzwerk gründen wollen. Das jedoch gebe es mit der Städtekoalition längst. Marco Zschieck

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