• Ein Jahr nach dem Cyberangriff: Potsdamer Rathaus zieht Bilanz

Ein Jahr nach dem Cyberangriff : Potsdamer Rathaus zieht Bilanz

Im vergangenen Januar wurde die Stadtverwaltung Opfer eines Cyberangriffs - und noch immer kämpft das Rathaus mit den Folgen. Immerhin: Bald können Autos wieder online angemeldet werden.

Vor rund einem Jahr wurde auf das Potsdamer Rathaus ein Cyberangriff verübt.
Vor rund einem Jahr wurde auf das Potsdamer Rathaus ein Cyberangriff verübt.Foto: Sebastian Gollnow (dpa)

Potsdam - Selbst ein Jahr nach einem Cyberangriff auf das Digitalnetzwerk der Stadtverwaltung sind Auswirkungen für die Potsdamer:innen spürbar. So soll es erst im Februar wieder möglich sein, den Bewohnerparkausweis oder das neue Kraftfahrzeug über die Internetseite der Stadt zuzulassen. Das hat das Rathaus jetzt mitgeteilt. 

Für beide Prozesse würden die letzten Tests derzeit durchgeführt. Gerade für die internetbasierte Zulassung von Kraftfahrzeugen habe es intensive Abstimmungen mit dem Land und dem Kraftfahrtbundesamt geben müssen, weil auch eine neue Programmversion benötigt wurde, erklärte ein Behördensprecher.

Unklar, wer hinter dem Angriff steckt

Wie berichtet hatte die Stadtverwaltung am 22. Januar 2020 kurzfristig ihre Internetverbindung getrennt – nach einem von bisher Unbekannten gesteuerten Cyberangriff auf die Systeme. Dadurch wurden über Nacht diverse Dienstleistungen unmöglich, auch die Kommunikationsfähigkeit im Rathaus war plötzlich wieder auf dem Stand vor der Digitalisierung. 

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Zumindest hatten laut Rathaus die eingerichteten Sicherheitsmechanismen weitgehend standgehalten, so dass keine Daten abfließen konnten. Allerdings hatten sich mit dem Angriff auch diverse Probleme gezeigt, die in der Folge behoben werden mussten – um wieder die „technische Sicherheit der Systeme herzustellen“, wie es das Rathaus in seiner Bilanz zu dem Angriff ausdrückte. Dazu kamen in der Folge die Auswirkungen der Coronakrise – in der zur Kontaktvermeidung digitale Kommunikationsmöglichkeiten benötigt werden.

Der zuständige Hauptamtsleiter Dieter Jetschmanegg (SPD) erklärte, man habe gemerkt, „dass wir in vielen internen IT-Services, der IT-Ausstattung und auch bei der personellen Besetzung im Bereich der IT-Sicherheit nachlegen mussten“. Dafür habe man sich auch externer Unternehmen bedient. 

Neue Stellen noch nicht besetzt

Im Rathaus selbst gab es bis dato nur einen IT-Sicherheits- und einen Datenschutzbeauftragten. Hier seien mit dem Doppelhaushalt 2020/2021 jeweils zwei neue Stellen geplant worden – die aber, ein Jahr nach dem Angriff, noch nicht besetzt sind. „Ein erstes Paket“ aus diesem Stellenpool werde „vorbehaltlich des Pandemieverlaufs“ im Februar ausgeschrieben, hofft die Verwaltung.

Hauptamtsleiter Dieter Jetschmanegg (SPD).
Hauptamtsleiter Dieter Jetschmanegg (SPD).Foto: Ottmar Winter

Dazu ist Potsdam seit dem vergangenen Herbst Mitglied im Zweckverband Digitale Kommunen Brandenburg, um sich beraten zu lassen. Hier wird laut Rathaus gerade eine Absichtserklärung vorbereitet, „die die Schwerpunkte der künftigen Zusammenarbeit mit dem Zweckverband beinhaltet“. Hier hoffe man auch auf Hilfe und Erfahrungsaustausch bei Themen wie IT-Sicherheit oder Digitalisierung an Schulen, hieß es. 

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