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Drehtage-Boom : Das Filmjahr in Brandenburg und Berlin hat 5700 Tage

Brandenburg, Potsdam und Berlin verzeichnen einen Boom bei Filmproduktionen - und rund 400 Drehtage mehr als im Vorjahr. Auch viele Serien sorgen für den Zuwachs.

Liv Lisa Fries ist auch in der dritten Staffel von "Babylon Berlin" zu sehen.
Liv Lisa Fries ist auch in der dritten Staffel von "Babylon Berlin" zu sehen.Foto: imago/Prod.DB

Potsdam - Ob Netflix oder Amazon, ZDF oder Sky – Brandenburg und Potsdam flimmern als Kulissen über alle Kanäle und Streaming-Plattformen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Filmförderung des Medienboards Berlin-Brandenburg geschätzt 5700 Drehtage in beiden Bundesländern. Das sind rund 400 Drehtage mehr als im Vorjahr – ein Rekord, wie Filmförderchefin Kirsten Niehuus jüngst im Bilanzgespräch sagte. Dabei finden die Filmarbeiten bei weitem nicht nur in klassischen Filmstudios wie in Babelsberg statt, sondern vermehrt direkt vor Ort an Originalschauplätzen.

Dass viele Filme produziert werden, stelle indes Behörden bei Drehgenehmigungen vor Herausforderungen, sagte Niehuus. Mehr Drehtage außerhalb von Filmstudios bedeuteten oftmals auch mehr Einschränkungen für Anwohner und Gewerbetreibende – angefangen von der Parkplatznutzungen für die Drehteams bis zu temporären Straßensperrungen während der Dreharbeiten. 

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Klicken Sie auf das Bild, um die komplette Grafik anschauen zu können.Foto: PNN/PM

Lob für Potsdam

Beim Medienboard unterstützt die so genannte Film Commission, wenn Produktionsfirmen Drehgenehmigungen bei Behörden beantragen wollen. In Potsdam ist das eher weniger nötig. „Potsdam ist vorbildlich bei Genehmigungen rund um Dreharbeiten“, sagte Christiane Krone-Raab von der Film Commission den PNN. Die Zusammenarbeit zwischen Potsdams Verwaltung und Filmproduktionen sei lobenswert. Einige Berliner Bezirke seien 2019 hingegen restriktiver bei der Vergabe von Drehgenehmigungen gewesen, so Krone-Raab.

Der Drehtage-Boom beruht nicht zuletzt auf der starken Serienproduktion – angefeuert von den Streaming-Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime mit ihrem großen Hunger nach stetig frischer Filmware, und das verstärkt aus deutscher Produktion. Der Serien-Leuchtturm „Babylon Berlin“ sorgte für viele Drehtage in der Region. Doch gefilmt wurde nicht nur in der neuen Kulissenstraße „Berliner Straße“ im Studio Babelsberg: Die dritte Staffel, die derzeit auf Sky ausgestrahlt wird und im Herbst in der ARD gezeigt werden soll, erzählt einen Kriminalfall im Filmmetier. Viele Drehs fanden daher auch auf und neben dem Babelsberger Studiogelände statt.

Neue Drehs angekündigt

Für die viel beachtete Netflix-Serie „Dark“ mit Protagonist Louis Hofmann wurde nicht nur auf Potsdams Straßen gedreht, sondern auch an Originalschauplätze im Barnim, in Potsdam-Mittelmark – unter anderem auf dem Südwestkirchhof – und Dahme-Spreewald. Die mit Spannung erwartete Netflix-Miniserie „The Queen’s Gambit“ mit Anya Taylor Joy („The Witch“) ging für Dreharbeiten nach Teltow-Fläming. Die neue vom ZDF in Auftrag gegebene Katastrophenserie „Sløborn“ nutzte unter anderem das Havelland als Drehort. „Deutschland 89“ (Amazon) mit Schauspieler Jonas Nay war mit Filmarbeiten in Potsdam zu Gast.

Der Schauspieler Jonas Nay.
Der Schauspieler Jonas Nay.Foto: picture alliance / dpa

Gleich mehrere neue Drehs kündigte das Medienboard für das aktuellen Jahr an. Noch bis Mitte Februar werde die Amazon-Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ in Berlin produziert. In den Babelsberger Studios steht wie berichtet unter anderem der Dreh für den Blockbuster „Matrix 4“ mit Keanu Reeves an.

35 Millionen Euro an Fördermitteln

Im vergangenen Jahr vergab das Medienboard knapp 35 Millionen Euro an Fördermittel-Darlehen in die Film- und Medienbranche. Davon gingen rund 27 Millionen Euro in die Filmförderung, heißt es in der Jahresbilanz. Das Fördergeld generierte Produktionsausgaben von mehr als 130 Millionen Euro in der Region, errechnete das Medienboard.

Bei der Berlinale vom 20. Februar bis 1. März ist die Filmfördereinrichtung mit zwölf unterstützten Produktionen vertreten, darunter drei im offiziellen Wettbewerb. Um einen Bären geht der Film „Undine“ von Regisseur Christian Petzold ins Rennen. Das Kinodrama mit Paula Beer und Jacob Matschenz in den Hauptrollen entstand im vorigen Jahr unter anderem in Potsdam.

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