• Digitalisierungsoffensive in Potsdam: Zehn Pilotschulen für Modellprojekt ausgewählt

Digitalisierungsoffensive in Potsdam : Zehn Pilotschulen für Modellprojekt ausgewählt

Vielfach sind die bisher unzureichenden Digitalisierungsbemühungen an Potsdams Schulen kritisiert worden. Mit einem Modellprojekt soll es nun rasant besser werden. Zehn Schulen sind dafür ausgewählt.

Digitalisierung - auch an Schulen ein wichtiges Thema.
Digitalisierung - auch an Schulen ein wichtiges Thema.Foto: dpa

Potsdam - Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hat eine neue Digitalisierungsoffensive für zunächst zehn ausgewählte Pilotschulen in Potsdam angekündigt. In einer aktuellen Mitteilung erklärte er, in den nächsten Monaten werde voraussichtlich ein zweistelliger Millionenbetrag in eine nachhaltige Digitalisierung an den Standorten investiert. Konkret betrifft das laut Rathaus das Hannah-Arendt-, das Helmholtz-, das Humboldt- und das neue Gymnasium in Bornstedt, dazu noch die Schilfhof-, Lenné- und Steuben-Gesamtschule, die Elite-Sportschule sowie das Oberstufenzentrum II und die Förderschule am Nuthetal. Die Auswahl sei nach „sozioökonomischen Kriterien, einer guten räumlichen Verteilung über das gesamte Stadtgebiet sowie nach technischen Aspekten“ erfolgt, so die Stadtverwaltung. 

Schon im Sommer soll es losgehen

Bisher waren die vom Rathaus angestellten Digitalisierungsbemühungen an Potsdams Schulen vielfach als zu träge kritisiert worden. Nun will das Rathaus – auch mit Hilfe des Zweckverbandes Digitale Kommunen in Brandenburg (Dikom) – das Tempo deutlich erhöhen. Bereits in den Sommerferien werde in jeder der zehn Schulen ein sogenannter „360-Grad-Scan aller relevanten Räumlichkeiten“ durchgeführt. Dadurch sollen die individuellen Bedarfe und Anforderungen der Häuser erfasst werden. „Anschließend erfolgen die Umsetzungsplanung sowie der Roll-Out der IT-Standards für die Pilotschulen“, so die Verwaltung. 
Schubert erklärte: „Wir werden sukzessive alle Potsdamer Schulen in öffentlicher Trägerschaft bedarfsgerecht ausstatten und betreuen.“ Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) ergänzte, schon im Herbst wolle man in den weiteren Schulen die Bedarfe abfragen. Ziel sei es, im ersten Quartal 2023 „eine konkrete Planung zur Ausstattung und Umsetzung für jede Potsdamer Schule vorliegen zu haben“.

Ein "Durchbruch bei der Digitalisierung"

Von einem „Durchbruch bei der Schuldigitalisierung“ sprachen Vertreter der rot-grün-roten Rathauskooperation. „Mit dem neuen Modellprojekt kann die Lücke zwischen den dringenden Bedarfen der Schulen und den fehlenden personellen Ressourcen in der Stadt nun endlich zügig geschlossen werden“, kommentierte etwa Grit Schkölziger (SPD), die Vize-Vorsitzende des Bildungsausschusses die Pläne. Ausschusschef Stefan Wollenberg (Linke) kündigte für den August eine Sondersitzung des Bildungsausschusses an, in der das Projekt und die ersten Ergebnisse der Pilotphase präsentiert werden sollen. Erst im Mai hatten weiterführenden Schulen in einem gemeinsamen Papier den „digitalen Dornröschenschlaf“ im städtischen Bildungswesen kritisiert und mehr Unterstützung gefordert. 

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