Potsdam : Die Linke will 30 Prozent der Stimmen

Scharfenberg sieht seine Partei als Motor der Unternehmensentwicklung in der Landeshauptstadt

E. Hohenstein

Im Wahlkreis IV (Waldstadt, Schlaatz, Templiner und Teltower Vorstadt) treffen am 28. September die beiden Konkurrenten der letzten Oberbürgermeisterwahl, Jann Jakobs (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (Die Linke), direkt aufeinander. Er freue sich auf diese Auseinandersetzung, erklärte Scharfenberg auf dem Sommerfest der Linken, das am Samstag etwa 5000 Gäste in den Lustgarten zog. Offensichtlich sieht der Linkspolitiker im Kommunalwahlkampf die Vorteile auf seiner Seite. So nimmt er für sich in Anspruch, die Ansiedlung von Porta auf der Industriebrache in Drewitz gegen den Widerstand des Oberbürgermeisters und der SPD durchgesetzt zu haben.

Jakobs habe angekündigt, durch seine Kandidatur für die Stadtverordnetenversammlung die Mehrheitsverhältnisse zugunsten der SPD verändern zu wollen. Laut Scharfenberg wolle er so eine „Hausmacht“ aufbauen, um zum Schaden von Potsdam seine Ideen zur Wirtschaftsentwicklung durchzusetzen. Dies werde die Linke verhindern, die wiederum rund 30 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen und stärkste Kraft im Stadtparlament werden wolle.

In einer Talkrunde lobte Porta-Unternehmenssprecher Kurt Jox die Unterstützung der Linken und ihres Fraktionsvorsitzenden. Der große Möbelhändler aus Westfalen habe in Potsdam 250 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon 180 für bisher Langzeitarbeitslose. Außerdem verwirkliche er 40 soziale Projekte und habe dafür u.a. 20 VW-Transporter und Kücheneinrichtungen für Heime, Kitas u.ä. zur Verfügung gestellt.

Auch Friedhelm Schatz, Geschäftsführer des Filmpark Babelsberg, bestätigte, dass sich die linken Stadtverordneten für sein Vorhaben eingesetzt haben, in Babelsberg eine große „Metropolis“-Veranstaltungshalle zu bauen. Die SPD habe für eine solche Halle einen anderen Standort favorisiert. Porta öffnet bekanntlich in dieser Woche, die Veranstaltungshalle am 10. Oktober.

Jan Lehmann, Geschäftsführer der Weissen Flotte, hat dagegen seine Idee, das Palmenzelt am Hafenbecken durch einen festen Gaststättenbau abzulösen, noch nicht gegenüber der Stadtverwaltung durchsetzen können. Auch ihm sagte Scharfenberg die weitere Unterstützung der Linken zu. Im Bemühen, die Linken als Motor der Unternehmensförderung in Potsdam darzustellen, prägte der Fraktionsvorsitzende sogar den Satz: „Wenn es den Unternehmen in Potsdam gut geht, geht es auch den Potsdamern gut.“

Getrennt durch Tanz, Musik und Conference war dieser Talkrunde ein Gespräch über die Linke als Partei der sozialen Gerechtigkeit vorangegangen. Dafür hatte der Kreisvorsitzende Pete Heuer die parlamentarische Geschäftsführerin der Partei im Bundestag, Dagmar Enkelmann, und die Landtagsabgeordnete Anita Tack gewonnen. Die Linkspartei bediene keine begrenzte Klientel, so die ärmeren Bewohner der Plattenbaugebiete, sondern wolle soziale Gerechtigkeit mit allen gesellschaftlichen Schichten umsetzen, erklärte Heuer. Deshalb gehe sie mit dem Slogan „Ein Potsdam für alle“ in den Wahlkampf. Die Plakatierung hat gestern begonnen, die „Siegesfeier“ ist laut Heuer für den 28. September im Parteihaus Alleestraße vorgesehen. E. Hohenstein