• Die Lage in Potsdam am Freitag: Rathaus gegen Lockerung der Notbremse

Die Lage in Potsdam am Freitag : Rathaus gegen Lockerung der Notbremse

In der Region steigt die Auslastung der Intensivstationen wieder. Wegen des derzeit ungewissen Infektionsgeschehens ist man im Rathaus unzufrieden mit den Regeln zur Notbremse.

Corona Testzentrum auf dem Neuen Markt in Potsdam mit einer Kapazität von 5000 Testungen am Tag.
Corona Testzentrum auf dem Neuen Markt in Potsdam mit einer Kapazität von 5000 Testungen am Tag.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - In der Region haben nur noch Potsdam und Potsdam-Mittelmark eine Inzidenz unter 100. Deshalb ist man im Posdamer Rathaus besorgt, dass bald auch in der Landeshauptstadt wieder mehr Neuinfektionen verzeichnet werden müssen. Nach wie vor hat man wenig Zutrauen in die Aussagekraft der gemeldeten Zahlen. 

„Die Bundesregierung, das RKI und die Erfahrungswerte von Weihnachten lassen vermuten, dass frühestens Mitte April, also Mitte der kommenden Woche, eine valide Sieben-Tage-Inzidenz gegeben ist“, hieß es am Freitagnachmittag im Corona-Update des Rathauses nach der täglichen Lagebewertung. Im Klinikverbund West-Brandenburg sei die Auslastung von Intensivbetten auf aktuell 73 Prozent angestiegen. Deshalb sei der Indikator Bettenauslastung in der Corona-Ampel von grün auf gelb gewechselt.

Oberbürgermeister kritisiert Verordnung 

Angesichts der feiertags- und ferienbedingt ungewissen Infektionslage ist man im Rathaus unzufrieden mit der möglichen Aufhebung der sogenannten Notbremse, die laut aktuell geltenden Bestimmungen folgen würde. „Es ist verrückt. Das Wasser steht sinnbildlich schon an der Deichkrone und wir müssen per Verordnung noch lokale Löcher in den Deich bohren“, schrieb Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) im Kurznachrichtendienst Twitter.

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Wie berichtet gilt die Notbremse seit 31. März in Potsdam. Dadurch wurden vorangegangene Lockerungen wie die Öffnung des Einzelhandels wieder aufgehoben. Sie bleibt laut Landesverordnung mindestens 14 Tage, also bis 13. April, bestehen. Sollte die Inzidenz an den Tagen zehn, elf und zwölf (Freitag bis Sonntag) unter der Inzidenz von 100 liegen – und das ist wegen des Oster-Effekts nicht unwahrscheinlich – könnte die Notbremse ab 14. April aufgehoben werden. 

42 Neuinfektionen in Potsdam gemeldet

Damit die Inzidenz in Potsdam bis Sonntag wieder über 100 steigt, müssten am Wochenende insgesamt etwas mehr als 100 Neuinfektionen dazu kommen. Am Freitag wurden 42 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag wie am Vortag bei 63,8 – nach Potsdam-Mittelmark (63,3) der zweitniedrigste Wert in Brandenburg.

5839 Menschen aus Potsdam haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert. 5262 Personen gelten als genesen, 344 sind derzeit erkrankt. Bisher kamen 233 Menschen aus der Landeshauptstadt in Zusammenhang mit dem Coronavirus ums Leben. Am Freitag wurde kein neuer Todesfall vermeldet. 26 Corona-Patienten wurden in den Krankenhäusern der Stadt behandelt – zwei mehr als am Vortag. Zwölf Personen wurden auf den Intensivstationen behandelt, am Donnerstag waren es zehn. 

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