• Mehr Infizierte in Potsdamer Altenpflege

Die Lage in Potsdam am Donnerstag : Schon acht Mitarbeiter in Altenpflege infiziert

Zwei weitere Corona-Patienten sind am Potsdamer Bergmann-Klinikum verstorben. Auf Hermannswerder breitet sich das Virus weiter aus.

Die Seniorenpflegestätte von Hoffbauerstiftung und der EvB Care GmbH auf Herrmannswerder in Potsdam.
Die Seniorenpflegestätte von Hoffbauerstiftung und der EvB Care GmbH auf Herrmannswerder in Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Erneut sind im städtischen Klinikum „Ernst von Bergmann“ zwei mit dem Coronavirus infizierte Personen gestorben. Dabei handelt es sich nach Angaben der Stadt vom Donnerstagnachmittag um eine 77-jährige Frau und einen 86-jährigen Mann. Beide kamen demnach aus Potsdam und litten unter Vorerkrankungen. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt in Potsdam verstorbenen Coronapatienten auf inzwischen 32, 19 davon waren Potsdamer.

Nur wenig mehr Tote in Berlin

Wie berichtet gilt Potsdam und hier besonders das Bergmann-Klinikum als Hotspot der Pandemie im Land Brandenburg. Ein erst spät entdeckter Ausbruch des Virus in der Geriatrie des Klinikums hat zu einem rasanten Hochschnellen der Zahlen geführt. Selbst in der benachbarten 3,5 Millionen-Metropole Berlin liegt nach derzeitigen Stand die Zahl der Corona-Toten mit 37 nur leicht höher.

52 Personen laut Stadt wieder gesund

Indes ist auch die Zahl der Infizierten in Potsdam nach Auskunft der Stadt gegenüber dem Mittwoch weiter gestiegen – von zuletzt 362 auf mittlerweile 400 mit Stand Donnerstag 16 Uhr. Die Zahl der Menschen, die sich als Kontaktpersonen ersten Grades in häuslicher Quarantäne befinden, stieg dagegen nur leicht um 9 Personen auf jetzt 709. Laut Stadt gelten 52 Personen als genesen.

Keine Intensivversorgung im St. Josefs 

Es gibt zudem weitere gute Nachrichten: Noch am Mittwoch wurden im St. Josefs-Krankenhaus 34 Infizierte auf der Covid-Normalstation behandelt, zwei weitere wurden auf der Intensivstation beatmet. Mit Stand Donnerstag werden insgesamt 33 Patienten auf der Covid-Normalstation versorgt. Eine Intensivversorgung sei nicht nötig.

Am Bergmann-Klinikum dagegen beträgt die Zahl der Corona-Patienten insgesamt wie am Mittwoch weiterhin 84. 68 von ihnen befinden sich auf der Covid-Normalstation und 16 auf der Intensivstation. Elf Patienten müssen beatmet werden. Drei Patienten konnten laut Stadt nach Hause entlassen werden.

Heimbewohner weiterhin einigermaßen wohlauf

Weniger gute Nachrichten hat allerdings die Hoffbauer-Stiftung zu vermelden. Wie berichtet hatte sich auch in der Seniorenpflege auf Hermannswerder, die die Stiftung zusammen mit dem Bergmann-Klinikum betreibt, das Virus unkontrolliert verbreiten können. Am Mittwoch musste die gemeinsame EvB Care GmbH bekanntgeben, dass 38 von 80 Bewohnern infiziert seien, diese aber kaum Symptome aufzeigten. Auch bei drei von insgesamt 50 Mitarbeitern wurde das Virus nachgewiesen. Wie Hoffbauer-Sprecherin Heidrun Spengler am Donnerstagabend auf PNN-Nachfrage bestätigt, habe sich inzwischen die Zahl der infizierten Mitarbeiter auf acht erhöht. Bei zweien hätten die positiven Ergebnisse noch am Mittwochabend vorgelegen. Drei weitere positive Testergebnisse seien am Donnerstag eingetroffen. Der Zustand der infizierten Heimbewohner ist laut Spengler dafür den Umständen entsprechend unverändert gut.

Appell des Oberbürgermeisters

Unterdessen appellierte Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Donnerstag nochmals an die Potsdamer, auch über die Osterfeiertage die Auflagen der Kontaktsperre zur Eindämmung der Pandemie zu befolgen. „Wir alle mussten in den vergangenen Tagen und Wochen unseren Alltag neu organisieren, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen befolgen und lernen, auf einiges zu verzichten. Für das Mitmachen bedanke ich mich bei allen Potsdamerinnen und Potsdamern“, erklärte Schubert.

Das Coronavirus hat Potsdam nach wie vor fest im Griff.
Das Coronavirus hat Potsdam nach wie vor fest im Griff.Foto: Ottmar Winter PNN

Wer sich über die Feiertage auf das Virus testen lassen muss, kann dies zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 14 und 18 Uhr machen.

Folgend Anlaufstellen stehen zur Verfügung:

  • 10. April 2020 Screening-Zentrum Am Stern, Pietschkerstraße 14-17
  • 11. April 2020 Screening-Zentrum Jägerallee, am Haus 2/ Verwaltungscampus
  • 12. April 2020 Screening-Zentrum Am Stern, Pietschkerstraße 14-17
  • 13. April 2020 Screening-Zentrum Jägerallee, am Haus 2/ Verwaltungscampus
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