• DIE GESCHICHTE DER KASERNE KRAMPNITZ: Von der Reitschule zur Filmkulisse

DIE GESCHICHTE DER KASERNE KRAMPNITZ : Von der Reitschule zur Filmkulisse

Krampnitz gehört zum Potsdamer Ortsteil Fahrland. An der heutigen Bundesstraße 2 enstand zwischen 1935 und 1937 „eine Luxuskaserne“, wie Erich Jesse, Chef der kommunalen Polo GmbH, am Montag erklärte. Architekt Robert Kisch verwendete „keine Reichsnormbauten“, sondern plante Gebäude „mit architektonischem Anspruch“. 1939, zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, war die „Heeres Reit- und Fahrschule und Kavallerieschule Krampnitz“ fertig. Damals diente sie der Ausbildung der berittenen und motorisierten Truppen, später der Panzertruppen. 1941 erfolgte die Umbenennung in „Schule für schnelle Truppen“, 1943 in „Panzertruppenschule II Krampnitz“. Die Anlage grenzt an den Truppenübungsplatz Döberitzer Heide. Ein 48 Meter hoher, viereckiger Turm ist das Wahrzeichen der Kaserne. Er befindet sich am Haupteingang der Kaserne an der Bundesstraße 2. Zum Baubestand gehören ein Offizierscasino und ein Stabsgebäude. Nach der Besetzung der Kaserne durch die Rote Armee am 27. April 1945 wurde das Objekt bis 1994 durch sowjetische Truppen genutzt. Es folgten lange Jahre des Leerstandes. Aufsehen erregte die Kaserne, weil sie als Kulisse für Filmproduktionen diente. So drehte Oscar-Preisträger Jean-Jaques Annaud („Der Name der Rose“) im Jahr 2000 in der Kaserne den Film „Duell – Enemy at the Gates“, für den auf dem Gelände der Rote Platz in Moskau aus Pappmaschee nachgebaut wurde. Die 180-Millionen-DM-Produktion war der teuerste Film, den Paramount Pictures je in Europa drehte. Im Jahr 2008 betrat der Geschäftsmann Rolf Haferkamp den Potsdamer Bauausschuss und erklärte als Geschäftsführer einer „TG Potsdam GmbH“, „am Ende des Tages“ würde in Krampnitz eine Milliarde Euro investiert sein. Doch es passierte nichts, eine städtebauliche Rahmenvereinbarung mit der „TG Potsdam GmbH“ sieht die Stadt heute als unwirksam an.gb

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