• Der PNN-Wochenrückblick: Was Potsdam in dieser Woche bewegte

Der PNN-Wochenrückblick : Was Potsdam in dieser Woche bewegte

Randale im Friseur-Salon, Kritik am Biosphären-Umbau und Langzeit-Baustellen angekündigt: Die Ereignisse der zurückliegenden Woche im Schweinsgalopp zusammengefasst.

Die Hochstraße über den Bahngleisen an der Nuthestraße soll abgerissen und bis Herbst 2022 neu gebaut werden.
Die Hochstraße über den Bahngleisen an der Nuthestraße soll abgerissen und bis Herbst 2022 neu gebaut werden.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Das Schwein war los. Eigentlich geht es in diesem Rückblick ja um Potsdam, aber es lohnt in dieser Woche ein Blick auf die Mittelmark, denn dort randalierte ein blutendes Wildschwein in einem Friseursalon in Stahnsdorf, verwüstete den Laden von Friseurmeisterin Hannelore Heinrich. Die wiederum, wütend ob des wütenden Borstentiers, schnappte sich einen Tisch als Schild und brüllte: „Schwein, hau ab!“ Nach ein paar Minuten war alles vorbei und zum Glück wurde niemand verletzt. Vom Schwein, das wohl zuvor von einem Auto angefahren wurde und daher verletzt war, fehlt bislang jede Spur. 

Valerie Barsig ist PNN-Redakteurin und führt Sie durch die zurückliegende Woche.
Valerie Barsig ist PNN-Redakteurin und führt Sie durch die zurückliegende Woche.Foto: Sebastian Gabsch

Hannelore Heinrichs Friseurladen ist inzwischen übrigens wiederhergestellt, ersetzt bekommt sie den Schaden wohl nicht. Wildschweine machen an Kreisgrenzen ja bekanntlich nicht halt, also wer weiß, was uns bald in Potsdam blüht: Wildschweinrotten auf der Freundschaftsinsel oder verzweifelte Jäger, die im Park Sanssouci auf der Lauer liegen. Vielleicht hat sich der 46-Jährige, der in dieser Woche in Babelsberg von der Polizei mit einem Samuraischwert erwischt wurde, einfach nur vorbereitet auf das, was da kommt.

Friseur-Meisterin Heinrich im Video: „Ich wollte meinen Salon verteidigen“

Der Rest der Woche im Schweinsgalopp: Der Waldcampus in Griebnitzsee nimmt Gestalt an – für den ersten großen Neubau der Erweiterung des Hasso-Plattner-Instituts ist der Bauantrag gestellt. Das Gebäude nennt sich dann C2I, umgeben ist es von Bäumen, denn die sollen zum größten Teil erhalten werden. Achtung: Das wird die Wildschweine freuen.

Mehrere neue Baustellen werden für Pendler-Frust sorgen

Nicht freuen werden sich Pendler über den Brückenabriss an der Nuthestraße über die Bahngleise an der Friedrich-List-Straße. Rund 60 000 Pendler sind dort täglich unterwegs, die müssen jetzt drei Jahre lang die Zähne zusammenbeißen. Auch die Leipziger Straße wird ab Juni für ein Jahr gesperrt. Wer jetzt langsam so richtig wütend ist: Mal drüber nachdenken, sich in den Wald zurückzuziehen, da hat man Ruhe vor dem Pendlerfrust – natürlich sofern man kein Wildschwein aufscheucht.

Wer eine solche Begegnung vermeiden will, kann auch einfach in die Biosphäre gehen und sich von ein paar Schmetterlingen umflattern lassen – solange es die noch gibt. Denn wenn wir so weitermachen mit dem CO2-Auspusten, dann werden die Folgen des Klimawandels kaum absehbar sein. Um auf dessen Gefahren aufmerksam zu machen, soll der defizitäre Bau für 17 Millionen Euro erweitert werden – unter anderem um eine Polar- und eine Wüstenlandschaft (wildschweinfrei). Das wurde Anfang der Woche unter anderem von den Potsdamer Grünen kritisiert. Die Idee sei zwar toll, wegen der Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt und dem Zustand anderer Bildungseinrichtungen könne sich Potsdam das Mammutprojekt aber nicht leisten. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Janny Armbruster sieht hier noch „erheblichen Redebedarf“.

Den haben auch die vielen Jugendlichen, die nächsten Freitag wieder unter dem Motto „Fridays for Future“ für den Klimaschutz auf die Straße gehen wollen. Zu diesem Protest lässt sich sagen: Schwein gehabt, dass sich die junge Generation so fürs Klima ins Zeug legt – denn die Älteren haben das bislang leider nicht geschafft!

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