Der PNN-Wochenrückblick : Was Potsdam in dieser Woche bewegte

Vieles drehte sich in dieser Woche um Zahlen: Ob beim Wohnen, beim Bergmann-Klinikum oder bei den Grundschulen in Krampnitz. Die Ereignisse der Woche kurz zusammengefasst.

Foto: Martin Schutt/dpa

Potsdam - Das klang doch gut so zum Wochenanfang: Wohnen in Potsdam wird erschwinglicher, war am Montag in den PNN zu lesen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln in einer bundesweiten Studie. Demnach kann sich der durchschnittlich verdienende festangestellte Mieter heute in einer Bestandswohnung in Potsdam rein rechnerisch mehr Quadratmeter leisten. Die Mietsituation von Selbstständigen, Rentnern und Studenten wurde aber außen vorgelassen. Ebenso möglicherweise höhere Mieten in Neubauten. Aber, wer will auch schon Durchschnitt sein?

Matthias Mattern ist PNN-Lokalchef und führt Sie durch die zurückliegende Woche.
Matthias Mattern ist PNN-Lokalchef und führt Sie durch die zurückliegende Woche.Foto: Sebastian Gabsch

Rechenspiele waren diese Woche auch beim kommunalen Klinikum „Ernst von Bergmann“ (EVB) angesagt. 2221 Gefährdungsanzeigen wegen Überlastung sind dort laut Dienstleistungsgewerkschaft Verdi 2018 von den EVB-Mitarbeitern gestellt worden. Dort werde seit Monaten „über das Limit der Beschäftigen“ gearbeitet, so die Gewerkschaft. Am Mittwoch wollten die Mitarbeiter deshalb auf die Straße gehen. Sind sie dann auch. Es waren aber nur rund 200. Das Klinikum selbst bestreitet, dass die Belastung zugenommen habe. Sie sei vielmehr in den vergangenen Jahren immer gleich hoch gewesen. Und überhaupt: Das EVB habe 2018 gar nicht so viele Mitarbeiter beschäftigt, wie es Anzeigen geben soll.

Sieben statt vier Kitas, zwei statt einer Grundschule

Und weiter gehts mit dem Zahlensalat: Sieben statt vier Kitas, zwei statt einer Grundschule. Am Dienstag wurde der überarbeitete Masterplan für Krampnitz vorgestellt. Rund 10 000 Menschen sollen bald in dem neuen Stadtteil leben. Wie sie da allerdings täglich hin und weg kommen sollen, ist immer noch nicht so ganz klar. Sowohl in Falkensee als auch im Berlin hat man schon jetzt angesichts möglicher Mega-Staus Muffensausen.

Auch das nächste Thema hat natürlich eine Zahl zu bieten und die hat bereits für Diskussion gesorgt. Bis zu 33 Meter hoch soll Potsdams neuer IT-Tempel am Hauptbahnhof werden. Viele finden das zu mächtig, völlig unpassend für Potsdam. Die Stadtverordneten anscheinend nicht oder nicht so doll. Mit breiter Mehrheit haben sie am Mittwoch den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Entschuldigung, hier habe ich noch einen Zahlennachtrag: Das Projekt soll 100 Millionen Euro kosten und eine doppelt so große Nutzfläche wie die inzwischen abgerissene Fachhochschule haben.

17 Millionen Euro für die neue Biosphäre

Apropos Kosten und abreißen. Am Freitag ist der Marathon-Workshop für die Zukunft der Biosphäre zu Ende gegangenen. Bereits am Donnerstag lagen den PNN erste Ergebnisse vor. Aber auch hierbei gab es eine imposante Zahl. Immerhin 17 Millionen Euro sollen möglicherweise in den Umbau der bisher defizitären Tropenhalle fließen. Dafür gibts dann einen Fledermausturm, ein Otterbecken und vieles mehr.

Eine Nachricht habe ich bisher unterschlagen. Vielleicht, weil dabei Zahlen nicht die tragende Rolle spielen: Das Museum Barberini zeigt möglicherweise NS-Raubkunst. Der Knaller wurde am Mittwoch bekannt. Das Bild „Regatten in Venedig“ von Henri-Edmond Cross in der aktuellen Schau soll 1940 von den Nazis in Paris beschlagnahmt worden sein. Es gehörte demnach dem Kunstsammler Gaston Lévy. Dessen Erben wollen jetzt mithilfe eines Anwalts vor Gericht die sofortige Herausgabe erwirken. Das Werk ist jedoch eine Leihgabe des Museum of Fine Arts in Houston. Beide Häuser haben erklärt, dass ihnen eine schnellstmögliche Aufklärung „eine dringende Verpflichtung“ sei und wohl schon zu zählen begonnen – und zwar Tage. Bis Ende nächster Woche will das Gericht entscheiden.