Der PNN-Wochenrückblick : Was Potsdam diese Woche bewegte

Wohnen, Bauen, Abriss-Debatten, Verkehr und Bildung. Alle großen Potsdam-Themen kamen diese Woche auf den Tisch.

Debatte dreht sich im Kreis. Monatelang hat man sich in einem Werkstattverfahren den Kopf über die Zukunft der Biosphäre zerbrochen, große Umbaupläne wurden geschmiedet. Jetzt wird doch wieder über einen Abriss gesprochen.
Debatte dreht sich im Kreis. Monatelang hat man sich in einem Werkstattverfahren den Kopf über die Zukunft der Biosphäre...Foto: Andreas Klaer

Diese Woche hatte wirklich für fast jeden etwas zu bieten: Preußisches Erbe, Verkehr, Bauen, Wohnen, Abriss-Debatten – eigentlich waren alle großen Potsdamer Themen dabei. 

Wohnen im preußischen Erbe

Als erstes kam am Montag die Meierei am Kuhtor im Park Sanssouci ins Spiel. Die soll nämlich nicht weiter verkommen, sondern zu einer Gastwirtschaft und einem Wohnhaus umgestaltet werden. Die Planungen hat die Schlösserstiftung bereits europaweit ausgeschrieben. Bis zu vier Parteien können voraussichtlich künftig dort residieren. Die anderen dürfen sich dann in einem Freiluft-Café vergnügen. Beide, also Bewohner und Kaffeetrinker, müssen sich aber noch bis 2023 gedulden. 

Gar nicht super? Der Superblitzer

Mal wieder emotional wurde es auch beim Thema Verkehr, und das gleich zweimal. Seit Anfang 2018 steht an der Ecke Behlertstraße/Berliner Straße bekanntlich ein neuer Superblitzer. Super findet den bestimmt die Stadt, weil der wirklich alles und jeden blitzt, der zu schnell oder gar bei Rot über die Ampel fährt. Genau deswegen findet ihn die Feuerwehr gar nicht super. Denn auch deren Einsatzfahrzeuge werden geblitzt und nun müssten die Kameraden ständig die Zeugenfragebögen der Bußgeldstelle ausfüllen, schimpfte einer der Feuerwehrleute. Dabei gebe es doch wahrlich genügend anderes zu tun.

Angeschmiert

Außerdem legte am Montagabend eine etwa 80 Zentimeter breite Ölspur den Verkehr in der Potsdamer Innenstadt für mehrere Stunden komplett lahm. Sehr zum Ärger vieler Autofahrer. Zumal sich die Beseitigung der Ölspur zu einer richtigen Operation entwickelte. Denn die dafür vorgesehene Spezialfirma hat ihren Sitz in Königs Wusterhausen und blieb auf dem Weg nach Potsdam gleichmal in mehreren Staus stecken. Ach ja, zuvor hatte die Polizei noch fälschlicherweise die Stadt informiert, dabei war der Landesbetrieb Straßenwesen zuständig, wie am Dienstag zu erfahren war.

Neue Freunde

Ebenfalls ein Potsdamer Herzensthema: die Bildung. Da hat die Bürgerinitiative gegen den Schulcampus Waldstadt neue Unterstützer gewonnen, wie am Dienstagabend im Bauausschuss bekannt wurde. Das Landesumweltministerium hat nämlich die Pläne der Stadt abgelehnt, für die Schul- und Sportstätten einen Teil eines Landschaftsschutzgebietes zu nutzen. Dabei kam das Areal nur in Betracht, weil die Stadt nebenan mehr Bäume stehen lassen wollte.

Abriss-Debatte Teil I

Doch was wäre eine richtige Potsdamwoche ohne eine neue Episode von „Was wird aus der Biosphäre?“ Dafür sorgten die Stadtverordneten am Mittwoch im Hauptausschuss. Dort wurde über die Umbaupläne diskutiert, die als Ergebnis aus dem monatelangen Werkstattverfahren vorlagen. Immerhin 17 Millionen Euro sollen bekanntlich verbaut werden. Auf Ablehnung stößt das bei den Grünen, bei Bürgerbündnis/FDP und der AfD. Jetzt wird sogar wieder von einem möglichen Abriss gesprochen.

Abriss-Debatte Teil II

Und weil es so schön ist, gab es noch einen Nachschlag, gewürzt mit etwas Vergangenheitsbewältung. Am Donnerstag hatte die kommunale Bauholding Pro Potsdam die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsprüfung zur Zukunft des Staudenhofs vorgelegt. Und? Eine Sanierung des DDR- Wohnblocks würde rund 18 Millionen Euro kosten und für die Wohnungen müssten später wenigstens zwölf Euro pro Quadratmeter Miete verlangt werden, hieß es. Unwirtschaftlich, sagt das Unternehmen. Die favorisierte Variante würde zwar mit 39,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Aber sowohl Abriss als auch Neubau ließen sich wohl fördern. Zudem kämen dann 75 Prozent der 140 Wohnungen für 5,50 bis sieben Euro pro Quadratmeter Miete auf den Markt. Fortsetzung folgt!