• Denkmalschutz in Potsdam: Mitteschön fordert: Stadt muss Minsk retten

Denkmalschutz in Potsdam : Mitteschön fordert: Stadt muss Minsk retten

Der DDR-Bau soll unter Denkmalschutz gestellt werden.

Innenstadt - Die Bürgerinitiative Mitteschön, sonst vor allem dem architektonischen Erbe preußischer Prägung in Potsdam verpflicht, fordert den Erhalt des früheren DDR-Terrassenretaurants Minsk auf dem Brauhausberg. „Wir appellieren an die Stadt und ihre politisch Verantwortlichen, noch vor der endgültigen Entscheidung im Bewerberverfahren den Denkmalschutz für das Minsk sicherzustellen und dafür Sorge zu tragen, dass das Minsk weiterhin als Beweis von qualitätsvoller Architektur in Potsdam erhalten bleibt“, erklärte Mitteschön am Donnerstagabend.

Mit der Forderung schaltet sich die Bürgerinitiative  in die neu aufgeflammte Dabtte um die Zukunft des prägnanten DDR-Bauwerks ein. Mitteschön  reagierte konkret auf die Pläne des  Babelsberger Immobilien-Projektentwicklers  Jan Kretzschmar, der  das Minsk erhalten und dort Wohnungen schaffen will (PNN berichteten). Die umliegenden Neubauten sollen sich laut Kretzschmar an der Minsk-Architektur orientieren. Der Investor,  der bereits im Brunnenviertel in der Waldstadt baut und auch den Campus am Filmpark in Babelsberg entwickelt, hat auch ein Gebot für die drei Grundstücke auf dem Brauhausberg abgegeben.   Die Entscheidung über die Vergabe wird im April erwartet.

„Qualitativ einzigartige DDR-Architektur“

Wie berichtet droht dem Minsk im Zuge des Bieterwettbewerbs  der Abriss. Ein bislang unbekannter Investor hat den Angaben der Stadt nach für alle drei Lose 27 Millionen Euro geboten – unter der Bedingung, dass der DDR-Bau verschwindet. Erst kürzlich  hatte sich die Linke-Fraktion im Stadtparlament ungeachtet möglicher finanzieller Einbußen für die Stadt ebenfalls für den Erhalt des Minsk ausgeprochen. Mit den Grundstücksverkäufen am Brauhausberg soll allerdings zum Teil auch das neu gebaute Schwimmbad blu refinanziert werden.

Mitteschön beurteilt  das Minsk nach eigenen Worten als „qualitativ einzigartige DDR-Architektur“, deren Erhalt am „richtigen Standort“ gesellschaftsübergreifend gewollt sei. Angesichts der diversen „Umbaufantasien von Architekten“ solle die bauzeitliche Außenansicht gewahrt bleiben, meint die Bürgerinititive. Für moderne Interpretationen sei genug Platz an anderen Orten in der Speicherstadt. „Der Umbau der Landesbibliothek, in der eine DDR-Architektur nicht mehr erkennbar ist, möge da eine Warnung sein“, heißt es in der Erklärung weiter. Am Brauhausberg werde mit dem Erhalt des Hauses auch keine einzigartige städtebauliche Komposition wie die der Potsdamer Altstadt konterkariert. Insofern sei es nur folgerichtig für die Stadt, beim Landesamt für Denkmalpflege den Schutzstatus zu beantragen.