Potsdam : Den „Mnazi Moja Ground“ retten

Oberbürgermeister Jakobs ist nach Sansibar geflogen – in den PNN berichten Teilnehmer von der Reise

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26.10.2014 22:45

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ist am Samstag mit einer Delegation aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsförderung, des Klinikums „Ernst von Bergmann“ und der Industrie- und Handelskammer Potsdam nach Sansibar aufgebrochen. In der Inselhauptstadt Sansibar Town sollen Jakobs und sein Amtskollege Lord Mayor Khatib Abdulrahaman Khatib wie berichtet eine Deklaration zur Klimapartnerschaft unterzeichnen.

Die Potsdamer Delegation bringt zudem Geld mit, um den zentralen Platz in Sansibar Town zu verschönern: Für 60 000 Euro soll es neue Abfallbehälter, Sitzbänke, Solarlaternen und 15 bis 20 neue Bäume geben. 90 Prozent dieser Summe übernimmt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, den Rest trägt Potsdam.

Zwei leitende Ärzte des Potsdamer Klinikums „Ernst von Bergmann“ sollen außerdem vor Ort feststellen, ob und wie das Klinikum bei der Fortbildung von sansibarischen Ärzten oder Pflegepersonal helfen kann. Im November 2012 war bereits eine Delegation aus Sansibar zu Gast in Potsdam.

Die PNN haben Teilnehmer der Reise gebeten, ihre Erlebnisse und Erkenntnisse zu schildern. Heute: Torsten Köhler, Vorstandsvorsitzender des „Twende Pamoja Freundeskreis Tansania e.V.“. Der Verein engagiert sich seit kanpp zehn Jahren für eine Partnerschaft zwischen Potsdam und Sansibar.

Die spannendste Begegnung des Tages war für mich:

Am Anreisetag des Großteils der Delegation ist das natürlich noch nicht ganz so ausfüllbar. Am Nachmittag sind einige Teilnehmer einer spontanen Einladung der Frauenfußballmannschaft „Sansibar Soccer Queens“ zu einem Testspiel gefolgt. Dieses fand auf dem „Mnazi Moja Ground“ statt, einer großen Wiese, auf der tagsüber die umliegenden Schulen ihren Sportunterricht durchführen – schon seit mindestens 50 Jahren, wie ich aus Erzählungen erfahren habe – und sich nachmittags viele Mannschaften und Gruppen treffen, insbesondere um Fußball zu spielen. Heute Nachmittag fand dort zudem eine Zusammenkunft von Anhängern einer politischen Partei statt. Ein vom deutschen Bundesentwicklungsministerium (BMZ) finanziertes Projekt zur Entwicklung der Fläche, insbesondere der Kampf gegen einsickerndes Meerwasser, ist zentrales Thema der Klimapartnerschaft zwischen den Städten.

Wichtig ist mir die Reise, weil:

Für unseren Potsdamer Verein, der sich seit fast zehn Jahren partnerschaftlichen Projekten auf Sansibar widmet, ist die Reise des Potsdamer Oberbürgermeisters eine herausragende Gelegenheit, Aufmerksamkeit und hoffentlich auch Anerkennung für unsere Arbeit zu erlangen. Wie so viele Ehrenamtler leiden auch wir unter einem häufigen Gefühl, unsere Arbeit nicht gebührend anerkannt zu sehen. So gesehen ist das herausragende Ereignis des heutigen Tages der Ausblick auf den morgigen, an dem wir gemeinsam mit unseren sansibarischen Partnern die Möglichkeit haben werden, die gemeinsame Arbeit von Vereinen der Städte vor beiden Oberbürgermeistern und weiteren Vertretern des öffentlichen Lebens in einem Rundtischgespräch vorzustellen. Als Vertreter einer Nichtregierungsorganisation nehme ich im Übrigen keine städtischen Gelder in Anspruch. Meine Reise ist durch Mittel der Stiftung „Nord-Süd-Brücken“ bezuschusst, meinen Aufenthalt nutze ich auch für konkrete Projektarbeit.