• Demonstration am Neuen Palais: Preußen-Prinz stellt sich gegen Reichsbürger

Demonstration am Neuen Palais : Preußen-Prinz stellt sich gegen Reichsbürger

Eigentlich wollen sogenannte Reichsbürger für die Rückkehr der Monarchie demonstrieren. Aber der Nachfahre des letzten Kaisers will das gar nicht - und findet mit Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert klare Worte.

Gudrun Janicke
Georg Friedrich Prinz von Preußen (Archivbild)
Georg Friedrich Prinz von Preußen (Archivbild)Foto: DPA

Potsdam - Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hat die für Samstag in der Landeshauptstadt von Reichsbürgern und Monarchisten geplante Demonstration kritisiert. „Wir sehen es mit Sorge, dass sich Bürger mit ihren Positionen außerhalb unseres Grundgesetzes stellen“, sagte das Stadtoberhaupt am Freitag laut einer Mitteilung.

In einem Telefonat mit Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern und Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., habe er über die Demonstration gesprochen. Dabei habe der Nachkomme der deutschen Monarchen deutlich gemacht, das Deutschland Freiheit, Frieden und früher nicht gekannten Wohlstand für die meisten biete. Das dürfe man nicht nur sagen, das müsse man sagen. Diese Ordnung gelte es zu erhalten.

Der Prinz von Preußen wolle sich persönlich dafür einsetzen, die ganze deutsche Geschichte in allen ihren Licht- und Schattenseiten in den Blick zu nehmen, teilte der Oberbürgermeister mit. „Es gilt, sich dieser Geschichte zu stellen, das Positive nicht zu unterschlagen und das Negative in der Verantwortung vor unserer Vergangenheit zu benennen“, sagte der Chef des Hauses Hohenzollern, wie sein Sprecher auf Anfrage bestätigt. Die Diskussion über die deutsche Geschichte dürfe nicht ideologisch geführt werden, das gelte für alle politischen Lager.

Keine Gegendemo wegen Pandemie

Das Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ will sich am Samstag künstlerisch-kreativ zu dem Aufzug in der Nähe des Neuen Palais äußern. Aufgrund der aktuellen Corona-Infektionslage wird nach den Angaben nicht zu einer Gegendemonstration aufgerufen.

Wie berichtet wurde wurde die Veranstaltung laut Polizei von Reichsbürgern und Monarchisten unter dem Titel „zum Jahrestag der sogenannten Abdankung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. unter dem Motto Heimath und Weltfrieden“ angemeldet.

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