• Dem Regen zum Trotz: Potsdam hält an Wasserentnahmeverbot aus Havel fest

Dem Regen zum Trotz : Potsdam hält an Wasserentnahmeverbot aus Havel fest

Die Grundwasserpegel sind nach Angaben der Stadt nach wie vor niedrig. Verstöße können mit hohen Geldstrafen geahndet werden - noch war dies nicht der Fall.

Am Sacrower See wird mit Regenwasser gegossen. Die Entnahme von Wasser aus dem See ist wegen Trockenheit in Potsdam untersagt.
Am Sacrower See wird mit Regenwasser gegossen. Die Entnahme von Wasser aus dem See ist wegen Trockenheit in Potsdam untersagt.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Trotz diverser Starkregenfälle in jüngster Zeit hält die Stadt an dem seit Anfang Juli geltenden Verbot fest, dass Potsdamer aus den hiesigen Flüssen und Seen kein Wasser abpumpen dürfen. Denn zwar habe es „nach subjektivem Empfinden“ in den vergangenen Wochen vermehrt geregnet, sagte Stadtsprecherin Christine Homann den PNN jetzt auf Anfrage. 

Doch zeige die Datenlage in Bezug auf die Gesamtniederschlagsmenge in diesem Jahr „leider ein anderes Bild“. So seien insbesondere im Februar, März, April und Juli nur 83 bis 96 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge gefallen – nach den bereits teils extremen Trockenphasen der vergangenen Jahre. 

Sprecherin Homann sagte, zur Kontrolle der Lage würden die Durchflussmengen an festgelegten Gewässerpegeln beobachtet. Diese hätten im kritischen Bereich gelegen, weshalb man das Verbot erlassen habe. Nach zuletzt größeren Regengüssen würden die Durchflussmengen auch kurzzeitig ansteigen – aber eben auch relativ schnell wieder auf die kritische Marke fallen, was laut Rathaus zu einer Gefahr für Flora und Fauna der Gewässer werde. „Auch die Grundwasserpegel sind nach wie vor niedrig.“ 

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Bei Verstößen drohen hohe Strafen

Erst wenn sich dauerhaft stabile Abflusswerte aufgrund weiterer Niederschläge einstellen, könne die Allgemeinverfügung gegebenenfalls aufgehoben werden – derzeit ist das Verbot bis 10. Oktober angesetzt. Eine vorzeitige Aufhebung sei angesichts der aktuellen Daten nicht absehbar, hieß es.

Ausnahmen gelten nur für die Schlösserstiftung und das städtische Grünflächenamt, Verstöße können mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Jedoch seien bisher keinerlei Zuwiderhandlungen festgestellt worden, so die Stadt.


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