• Vorstoß gegen den Kanalsprint: Die Andere will Füllung mit Trinkwasser verbieten

Debatte um Kanalsprint : Vorstoß gegen Trinkwasser im Stadtkanal

Im Stadtparlament wird demnächst die Zukunft des Kanalsprints entschieden. Anlass ist ein Vorstoß der Fraktion Die Andere.

Der Kanalsprint zieht jedes Jahr viele Zuschauer an
Der Kanalsprint zieht jedes Jahr viele Zuschauer anArchivoto: Manfred Thomas

Potsdam - Die Fraktion Die Andere will die umstrittene Nutzung von Trinkwasser für den Kanalsprint per Beschluss verbieten. Einen entsprechenden Antrag für die Stadtverordnetenversammlung am 6. November hat die linksalternative Fraktion auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Zur Begründung heißt es, in Zeiten des Klimawandels und daraus folgenden geringen Niederschlägen bewerteten es demnach „viele Menschen als unangemessen“, dass für ein einzelnes Sportevent rund 6000 Kubikmeter Trinkwasser in den Stadtkanal geleitet würden – also sechs Millionen Liter. Auch das Sponsoring für das Event durch kommunale Unternehmen will Die Andere mit dem Antrag unterbinden.

Schon 15 Mal gab es das Event

Der traditionsreiche Kanalsprint des Kanu Clubs Potsdam war dieses Jahr Anfang September zum 15. Mal ausgetragen worden. Bei kostenfreiem Eintritt konnten Fans Weltklasse-Athleten wie Sebastian Brendel im Wettkampf erleben. Bereits im Vorfeld hatte ein Rathaussprecher erklärt, das Ziel sei es, den Kanalsprint im Stadtkanal zu halten: Der Wettkampf sei durch die Nähe zu den Zuschauern einzigartig. Gleichwohl prüfe man gemeinsam mit dem kommunalen Wasserversorger EWP mögliche Alternativen zur Trinkwasser-Befüllung, hieß es damals.

Havelwasser wäre als Alternative kaum möglich

Danach hatte dann der Grünen-Stadtverordnete Jens Dörschel in einer Kleinen Anfrage an das Rathaus wissen wollen, ob Alternativen zum Trinkwasser möglich seien. Das Grünflächenamt erklärte indes, dass die alternative Verwendung von Havelwasser „mit erheblichen Kosten verbunden“ sei, weil der Einsatz einer mobilen Pumpe notwendig wäre, die das Wasser über eine 650 Meter lange Druckleitung fördern müsste. Andere Alternativen gebe es nicht, so die Behörde. Zudem hatte die Stadt wegen des trockenen Sommers die Entnahme von Havelwasser generell untersagt, vor allem wegen des niedrigen Pegelstands – diese Option hätte es in diesem Jahr demnach ohnehin nicht gegeben.

Zu möglichen Alternativen schlägt die Fraktion Die Andere übrigens vor: „Kanuwettbewerbe können im Sportpark Luftschiffhafen und in der nur wenige hundert Meter vom Stadtkanal entfernten Havel ohne Verbrauch großer Mengen Trinkwasser durchgeführt werden.“

Der Stadtkanal vor dem Sportereignis
Der Stadtkanal vor dem SportereignisFoto: Hajo von Coelln