• Debatte um Corona-Prämie : Bergmann-Klinikum rechtfertigt sich

Debatte um Corona-Prämie : Bergmann-Klinikum rechtfertigt sich

Mitarbeiter der Tochtergesellschaften erhalten keine Sonderzahlung. Die Gewerkschaft Verdi übt Kritik - und auch unter den Stadtverordneten regt sich Widerspruch.

Das Bergmann-Klinikum in Brandenburg.
Das Bergmann-Klinikum in Brandenburg.Foto: dpa

Potsdam - Das Klinikum „Ernst von Bergmann“ rechtfertigt sich gegen Kritik am Verzicht auf eine Corona-Sonderzahlung für die Mitarbeiter seiner Tochtergesellschaften. Die 650-Euro-Prämie von der Bundesregierung erhalten nur Mitarbeiter des Mutterhauses. Für eine Zahlung an weitere Beschäftigte habe man keinen rechtssicheren Weg gesehen, teilte Klinikumssprecherin Damaris Hunsmann den PNN auf Anfrage mit. Die Prämie werde – anders als in anderen Krankenhäusern – an alle Mitarbeitende der Klinikum Ernst von Bergman gGmbH ausgezahlt. 

„Um die Prämie auch an Mitarbeitende von Tochtergesellschaften auszuzahlen hätte das Klinikum EvB die Prämie aufstocken müssen“, hieß es. Die Formulierung dieser Regelung sei jedoch nicht eindeutig beschrieben. „Daher gehen wir nach Abstimmung mit den externen Wirtschaftsprüfern diesen rechtssicheren Weg und folgend zudem auch der Beschlusslage des Betriebsrats.“

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Verdi übt Kritik

Die Gewerkschaft Verdi hatte das Vorgehen des Klinikums zuvor kritisiert. „Diese Unternehmenspolitik ist aus unserer Sicht vollkommen unverständlich. Selbstverständlich haben auch die Beschäftigten in den Tochtergesellschaften in der Pandemie ihren Beitrag geleistet, damit das Klinikum arbeiten konnte“, sagt Torsten Schulz, zuständiger Verdi-Gewerkschaftssekretär. Dass von der Zahlung auch Mitarbeiter:innen in Tochtergesellschaften profitieren können, hätten das Städtische Klinikum Eisenhüttenstadt und das Carl-Thiem-Krankenhaus in Cottbus bewiesen, so Schulz weiter. „In diesen beiden Häusern erhalten auch die Beschäftigten in den Tochtergesellschaften die Prämie.“

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Widerspruch regt sich auch unter Stadtverordneten: „Ich halte es für nicht hinnehmbar, dass mit diesem Vorgehen erneut eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in unserem kommunalen Klinikum geschaffen wird“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Linken Sigrid Müller. „Selbstverständlich haben die Mitarbeiter:innen in Service, Catering und Diagnostik ebenso ihren Beitrag zur Bewältigung der Pandemie erbracht und müssen bei der Prämienzahlung berücksichtigt werden.“

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