Potsdam : Das Land will nicht zahlen

Gespräche über Lehrerersatzfonds gescheitert

Die Frage hat schon einige Male den Bildungsausschuss der Stadt beschäftigt. Doch bisher wurde das Thema „Lehrerersatzfonds“ immer wieder vertagt. Nun ist die Stadt einen Schritt weiter – und auch wieder nicht. In der vergangenen Woche tagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) mit dem Kreisschulbeirat und dem Kreiselternrat. Das wichtigste Thema dabei: die Vertretungsreserve. Etwa 40 Eltern, Lehrer und Schüler haben laut Angaben der Stadt an der mehr als zweistündigen Sitzung teilgenommen. Das Ergebnis fiel allerdings für die Teilnehmer nicht zufriedenstellend aus. „Die Gespräche über eine Ausweitung der Vertretungsreserve sind gescheitert“, sagte Daniela Trapkowski, Vorsitzende des Kreisschulbeirats. Denn das bislang vom Bildungsministerium und der Stadt Potsdam favorisierte Modell hat das Land kürzlich abgesagt. Demnach soll es künftig keinen zusätzlichen Fonds für Honorarkräfte an Grundschulen geben, um im Krankheitsfall kurzfristigen Ersatz für Lehrer zu ermöglichen.

Im vergangenen Schuljahr hatte Potsdam erstmalig 70 000 Euro bereitgestellt, um den Unterrichtsausfall in den Schulen zu reduzieren. Das Angebot stieß auf breite Zustimmung bei den Schulen. Mehr als 4600 Unterrichtsstunden konnten so laut Stadtverwaltung qualifiziert vertreten werden. Oberbürgermeister Jann Jakobs hatte im Vorjahr aber bereits angekündigt, diese Aufgabe nicht weiterzufinanzieren und wollte das Land finanziell in die Pflicht nehmen.

Noch Mitte Februar hatte sich Irina Magdowski, Beigeordnete für Bildung, zuversichtlich über die Gespräche mit dem Land geäußert. „Ich gehe davon aus, dass das Land das Probejahr in seine in Überlegungen miteinbezieht und bin, hoffnungsfroh angesichts der Ergebnisse“, sagte Magdowski im letzten Bildungsausschuss.

Jakobs sowie Kreiselternrat und Kreisschulbeirat wollen sich allerdings noch nicht geschlagen geben. Stattdessen soll beim Land weiter um eine größere Vertretungsreserve geworben werden. „Ich werde mich erneut dafür einsetzen, damit seitens des Landes ein Budget an Schulen zur Verfügung gestellt wird“, sagte Jakobs zu. Im nächsten Bildungsausschuss steht der Lehrerersatzfonds wieder auf der Tagesordnung. giw

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