• Cyber-Attacke in Potsdam: Viele Verwaltungsleistungen noch nicht möglich

Cyber-Attacke in Potsdam : Viele Verwaltungsleistungen noch nicht möglich

Im Januar wurde das Rathaus Potsdam Ziel eines Hacker-Angriffs. Darunter leidet die Stadtverwaltung noch immer. Viele Leistungen sind noch nicht möglich.

Christian Müller
Die Verwaltung leidet noch immer unter der Cyber-Attacke.
Die Verwaltung leidet noch immer unter der Cyber-Attacke.Foto: Sebastian Gollnow (dpa)/ Sebastian Gabsch

Potsdam - Die Potsdamer Stadtverwaltung hat noch immer mit den Nachwirkungen der Cyber-Attacke zu kämpfen. "Zahlreiche Verwaltungsleistungen sind noch nicht möglich oder werden nur verzögert bearbeitet", teilte das Rathaus mit. 

Dazu zählen Zulassungen für Fahrzeuge außerhalb Potsdams. Bei der Bearbeitung von Neuanträgen und Weiterbewilligungen für Wohngeld und Bafög kommt es zu Verzögerungen. Um- und Anmeldungen von Wohnsitzen können noch nicht beantragt werden. Auch Kartenzahlung und die Online-Terminvergabe stehen weiterhin nicht zur Verfügung.

Anträge müssen weiter per Post eingereicht werden, da die Verwaltung noch keine E-Mails empfangen kann. Eingehende E-Mails werden nicht weitergeleitet. Aus diesem Grund müssen die Bürger alle Anträge schriftlich auf dem Postweg bei der Verwaltung einreichen.

Standesamt kann Urkunden ausstellen

Immerhin: Die Kfz-Zulassungsstelle kann laut der Mitteilung wieder einen Großteil der Leistungen zur Verfügung stellen, da die Verbindung mit dem Kraftfahrt-Bundesamt wieder steht. Das Standesamt kann wieder Urkunden ausstellen. 

Für Menschen, denen Wohngeld bewilligt wurde, stehen die Leistungen ohne Einschränkungen zur Verfügung und werden ausgezahlt. Für Einwohner mit ausländischem Pass kann die Ausländerbehörde einen Teil der Leistungen wieder zur Verfügung stellen. Im Bürgerservice ist die Beantragung von vorläufigen Dokumenten (Führungszeugnis, Personalausweis, Reisepass) möglich.

Nach einem Hacker-Angriff hatte die Potsdamer Stadtverwaltung die Internetverbindung am 22. Januar abgeschaltet. Bislang unbekannte Täter hatten wie in anderen Kommunen in Brandenburg und im restlichen Bundesgebiet eine Sicherheitslücke in der sogenannten Serversoftware der Firma Citrix ausgenutzt, um in das System der Verwaltung einzudringen. Laut Stadt waren bereits in den zwei Tagen zuvor „in zentralen Netzzugängen der Landeshauptstadt zahlreiche Ungereimtheiten festgestellt worden.“ Am 29. Januar hatte die Stadt Potsdam mitgeteilt, dass sie sukzessive wieder online gehen wolle.

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