• Coronakrise in Potsdam: Warum einzelne Impfdosen im Müll landen

Coronakrise in Potsdam : Warum einzelne Impfdosen im Müll landen

Durch eine engmaschige Kontrolle der Bestellvorgänge soll vermieden werden, dass Impfstoff entsorgt werden muss. Das klappt aber nicht immer - auch in Potsdam nicht. 

Wie auch in anderen Bundesländern herrscht in Brandenburg Impfmittelknappheit.
Wie auch in anderen Bundesländern herrscht in Brandenburg Impfmittelknappheit.Foto: AFP

Potsdam - Auch in Potsdam führen starre Regeln bei den Vorgaben für das Impfen dazu, dass einzelne Dosen des generell noch zu wenig vorhandenen Corona-Vakzins von Biontech und Pfizer weggeworfen werden müssen. Anlass für die Fragen waren Leserbriefe, dass bei einzelnen Einrichtungen einzelne Dosen vor Ort entsorgt worden sein sollen, weil doch nicht jeder eine Impfung wollte.

Vom Landesgesundheitsministerium bestätigte Sprecher Gabriel Hesse den PNN, dass zum Beispiel auch bei den mobilen Impfungen in Seniorenheimen „in vereinzelten Fällen“ Vakzindosen verworfen wurden – wenn ihre nach dem Auftauen kurze Haltbarkeitszeit abgelaufen war. Das habe aber bisher nur „weniger als ein Prozent“ des gelieferten Impfstoffs betroffen. Genaue Zahlen nannte das Ministerium nicht. Bis vergangenen Woche hatte das Land 58.500 Impfdosen erhalten, ein Prozent davon sind also knapp 600 Impfdosen.

An Priorisierungsvorgaben gebunden

Hesse verwies als eine Erklärung auf die Corona-Impfbestimmungen des Bundes, das Personal müsse diese Priorisierungsvorgaben „zwingend einhalten“ – demnach kann derzeit nur besonders bedrohtes medizinisches Personal und Menschen im Alter von über 80 Jahren das Vakzin erhalten. 

Ein Problem sei in der Anfangszeit auch gewesen, dass nicht bekannt gewesen sei, „dass häufig auch eine sechste Impfdose aus der Ampulle entnommen werden kann“. Auch das habe „vereinzelt“ dazu geführt, dass dann die letzte Dose nicht verimpft wurde. Hier gebe es nun aber eine einheitliche Handhabung, so der Sprecher.

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Wohl noch kein Impfstoff aus Impfzentren entsorgt

Vermieden werden soll die Entsorgung von Impfstoff durch eine „engmaschige Kontrolle der Bestellvorgänge“. Demnach wird täglich bestellt. Restbestände der mobilen Impfteams würden, wenn von der Haltbarkeit möglich, wieder an die Impfzentren wie in der Babelsberger Metropolishalle zurückgegeben, um am nächsten Tag eingesetzt zu werden. 

In solchen Zentren sei seines Wissens nach noch kein Impfstoff entsorgt worden, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Christian Wehry: „Die Mitarbeiter haben die klare Anweisung, durch geeignete Maßnahmen, zum Beispiel durch eine Warteliste, entsprechend Vorsorge zu treffen.“ Seit Wochen kämpft das Land mit Impfstoffknappheit.


* Ein berichteter Verdachtsfall, es seien zuletzt in einer Gemeinschaftseinrichtung auf Hermannswerder auch Impfdosen weggeworfen worden, hat sich nach PNN-Informationen nicht bestätigt.

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