• Coronakrise in Potsdam: Genussmittel dürfen wieder verkauft werden

Coronakrise in Potsdam : Genussmittel dürfen wieder verkauft werden

In Potsdam galten zwischenzeitlich besonders strenge Corona-Regeln - auch Schokoladengeschäfte und Käseläden mussten schließen. Doch das ist jetzt wieder vom Tisch. 

"Chez Martin" in Babelsberg.
"Chez Martin" in Babelsberg.Foto: Andreas Klaer

Potsdam  - Potsdamer Lebensmitteleinzelhändler wie die Schokoladengeschäfte Lindt auf der Brandenburger Straße und die Confiserie Felizitas in der Gutenbergstraße haben ab sofort wieder geöffnet. Die Stadt Potsdam hat bereits am 26. März die Allgemeinverfügung vom 13. März zurückgenommen, nun gilt wieder ausschließlich die vom Land Brandenburg. Damit ist auch die strenge Potsdamer Auslegung des Begriffes „Lebensmittel“, laut derer Schokolade nicht als Lebensmittel galt und Süßwarengeschäfte sowie andere Genussmittelläden, die Wein, Tee oder Käse verlaufen, schließen mussten, vom Tisch.

Mit ursächlich für das Umdenken der Stadt ist der Antrag eines betroffenen Unternehmens beim Verwaltungsgericht Potsdam auf einstweilige Anordnung auf Nichtvollziehung der Anordnung der Stadt Potsdam auf Schließen des Ladengeschäftes. Auf der Internetseite der Stadt Potsdam findet sich nun eine neue Auslegungshilfe vom 31. März. Laut dieser dürfen Kioske, Süßwaren und Wein- und Spirituosenläden und Teefachgeschäfte öffnen, ebenso Eisläden, sofern das Eis nicht vor Ort verzehrt, sondern mitgenommen wird.

Auch der Babelsberger Käseladen öffnet wieder

Auch der Babelsberger Käseladen Chez Martin in der Garnstraße darf wieder verkaufen. „Wir haben ab Donnerstag wieder geöffnet“, sagte Martin Noll. Die vom Ordnungsamt erzwungene Schließung habe er nie verstanden. „Natürlich ist Käse ein Lebensmittel.“ Der finanzielle Verlust sei ein heftiger Schlag. „Wir hatten langfristige und hochwertige Bestellungen aus Frankreich laufen.“ 

Ob sie den erlittenen Schaden aufgrund der unrechtmäßigen Schließung von der Stadt einfordern werden, darüber müsse er in Ruhe nachdenken, so Inhaber Sylvain Durand, der außerdem ein Schokoladengeschäft in der Garnstraße betreibt. „Die Stadt sollte eigentlich ein Interesse daran haben, die kleinen Händler zu erhalten. Es wäre fair, wenn die Stadt jetzt von sich aus ein Angebot zum Schadensersatz macht.“

Hoffnung auf das Ostergeschäft

Die Schokoladenfachgeschäfte hoffen indes, dass vom Ostergeschäft noch was zu retten ist. „Ostern ist neben Weihnachten die Hauptumsatzzeit“, so Carsten Oehlschläger von der Geschäftsführung der Confiserie Felizitas. „Wir haben jedenfalls alles vorbereitet.“

In der Lindt-Filiale hatte man das Ostergeschäft schon abgeschrieben. „Wir werden jetzt Osterwaren aus anderen Filialen beziehen. Die Filialen in Berlin hatten ja weiterhin geöffnet, ich hoffe, sie helfen uns jetzt mit Osterhasen aus.“

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